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Merken   Drucken   31.01.2012, 20:03 Schriftgröße: AAA

Marktbereinigung: Suzlon-Chef sieht Windbranche vor Pleitewelle

Der Chef des indischen Konzerns Suzlon rechnet mit einer Marktbereinigung: Vor allem die Zahl der chinesischen Rivalen werde drastisch sinken. Der Umsatz seines Unternehmens soll derweil 2012 um 30 Prozent wachsen.
Suzlon rechnet mit einer starken Auslese in der Windbranche. Obwohl die Nachfrage nach Windrädern weltweit wachse, erwartet Tulsi Tanti, der Chef des indischen Konzerns, eine Reihe von Insolvenzen unter kleineren Anbietern - vor allem in China. "Es gibt dort 80 Hersteller. Ich denke nicht, dass sie überleben werden. Wahrscheinlich wird es dort bald nicht mehr als fünf Anbieter geben", sagte der Gründer des weltweit fünftgrößten Windradbauers der FTD.
Im kanadischen Halifax werden Suzlon-Anlagen auf einen Lkw ...   Im kanadischen Halifax werden Suzlon-Anlagen auf einen Lkw verladen. Die größte Nachfrage verspricht sich der Konzern aber künftig in Ländern wie China und Indien
Die Branche hat eine Marktbereinigung dringend nötig. Obwohl der Markt weltweit solide wächst, schaffen es die etlichen Hersteller nicht, schwarze Zahlen zu schreiben - auch Weltmarktführer Vestas  aus Dänemark nicht. Weil zahlreiche neue Anbieter hinzugekommen sind, sind die Preise laut Tanti seit 2008 um rund 25 Prozent gefallen. Neue Rivalen stammen vor allem aus China. Außerdem treten inzwischen auch Großkonzerne am Markt auf, etwa südkoreanische Werften wie Hyundai .
Auch Suzlon  hat lange Zeit Verluste geschrieben und durch Zukäufe wie die Hamburger Traditionsfirma Repower hohe Schulden angehäuft. Seit Anfang 2011 schreibt der Konzern wieder Quartalsgewinne. Dabei solle es trotz seiner ehrgeizigen Wachstumspläne bleiben, so Tanti: "Unser Ziel ist natürlich, dass wir profitabel wachsen. Anders als andere sind wird nicht bereit, Verluste hinzunehmen." Im Kalenderjahr 2012 soll der Umsatz wie schon 2011 um rund 30 Prozent steigen. Der Weltmarkt wachse gleichzeitig um 15 bis 20 Prozent.
Durch die Pleitewelle und das Marktwachstum werde sich die Branchenkrise bald erledigen, hofft Tanti: "Bis 2014 werden die Überkapazitäten absorbiert." Er plant vorerst keinen größeren Zukauf, noch verdaut Suzlon den Kauf von Repower. "Übernahmen könnten uns keinen zusätzlichen Nutzen bringen", so Tanti.
Repower-Kunden und -Mitarbeiter warten seit Monaten darauf, Details zur Zusammenlegung der Unternehmen zu erfahren. Doch noch schweigt Tanti: "Wir analysieren gerade noch, wo wir Synergien heben können, und planen, dazu mehr zu veröffentlichen, wenn wir unsere Jahreszahlen veröffentlicht haben." Das Geschäftsjahr läuft bis Ende März. Die Zeit drängt: Tanti verliert Ende 2012 die Rechte an der Marke Repower an einen Schweizer Energietechnikanbieter. Tanti muss entscheiden, ob Repower eine eigene Marke behält oder vollständig mit Suzlon verschmilzt.
Kursinformationen und Charts
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Repower  ist das hochwertigere und teurere Produkt im Technikportfolio von Suzlon - und will sich mit Turbinen für die hohe See hervortun. Im vergangenen Jahr hätte Repower den Marktanteil in Deutschland "signifikant" gesteigert - allerdings mit Windrädern an Land, sagte Tanti. Im Offshore-Geschäft tut sich Repower zunehmend schwer, Siemens  dominiert das Geschäft. "Es stimmt schon, für die sehr großen Offshore-Projekte wollen manche Kunden Hersteller mit größeren Bilanzen als die von Suzlon", beschrieb der Suzlon-Chef die Schwierigkeiten. "Aber für Projekte, die unter 1 Mrd. Euro wert sind, ist das noch kein Problem." Die typischen Offshore-Windparks in Deutschland kosten allerdings rund 1,5 Mrd. Euro.
Die größte Nachfrage für den Suzlon-Gesamtkonzern sieht Tanti in den Entwicklungsländern, vor allem in China und Indien. Durch den Preisverfall sei die Windenergie günstig genug für diese Länder geworden. "Wind ist inzwischen in fast allen Ländern der Welt günstiger als Stromerzeugung mit Gas." Weil Suzlon wegen der Werke in China und Indien so günstig produziere, sieht Tanti das Wachstum in preissensibleren Entwicklungsländern für sich als Vorteil. Er erwarte, den Marktanteil von derzeit zehn Prozent um zwei Prozentpunkte steigern zu können.
19:03:05 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Suzlon 2 USD   0,00%  0
Vestas 4,989 EUR   -7,27%  -0.391
Hyundai Motor 29,49 USD   +0,48%  0.14
Repower 143,05 EUR   -0,07%  -0.1
Siemens 66,51 EUR   -1,19%  -0.8
  • Aus der FTD vom 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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