Marktbereinigung:Suzlon-Chef sieht Windbranche vor Pleitewelle
Der Chef des indischen Konzerns Suzlon rechnet mit einer Marktbereinigung: Vor allem die Zahl der chinesischen Rivalen werde drastisch sinken. Der Umsatz seines Unternehmens soll derweil 2012 um 30 Prozent wachsen.
Suzlon rechnet mit einer starken Auslese in der Windbranche. Obwohl die Nachfrage nach Windrädern weltweit wachse, erwartet Tulsi Tanti, der Chef des indischen Konzerns, eine Reihe von Insolvenzen unter kleineren Anbietern - vor allem in China. "Es gibt dort 80 Hersteller. Ich denke nicht, dass sie überleben werden. Wahrscheinlich wird es dort bald nicht mehr als fünf Anbieter geben", sagte der Gründer des weltweit fünftgrößten Windradbauers der FTD.
Im kanadischen Halifax werden Suzlon-Anlagen auf einen Lkw verladen. Die größte Nachfrage verspricht sich der Konzern aber künftig in Ländern wie China und Indien
Die Branche hat eine Marktbereinigung dringend nötig. Obwohl der Markt weltweit solide wächst, schaffen es die etlichen Hersteller nicht, schwarze Zahlen zu schreiben - auch Weltmarktführer Vestas aus Dänemark nicht. Weil zahlreiche neue Anbieter hinzugekommen sind, sind die Preise laut Tanti seit 2008 um rund 25 Prozent gefallen. Neue Rivalen stammen vor allem aus China. Außerdem treten inzwischen auch Großkonzerne am Markt auf, etwa südkoreanische Werften wie Hyundai.
Auch Suzlon hat lange Zeit Verluste geschrieben und durch Zukäufe wie die Hamburger Traditionsfirma Repower hohe Schulden angehäuft. Seit Anfang 2011 schreibt der Konzern wieder Quartalsgewinne. Dabei solle es trotz seiner ehrgeizigen Wachstumspläne bleiben, so Tanti: "Unser Ziel ist natürlich, dass wir profitabel wachsen. Anders als andere sind wird nicht bereit, Verluste hinzunehmen." Im Kalenderjahr 2012 soll der Umsatz wie schon 2011 um rund 30 Prozent steigen. Der Weltmarkt wachse gleichzeitig um 15 bis 20 Prozent.
Durch die Pleitewelle und das Marktwachstum werde sich die Branchenkrise bald erledigen, hofft Tanti: "Bis 2014 werden die Überkapazitäten absorbiert." Er plant vorerst keinen größeren Zukauf, noch verdaut Suzlon den Kauf von Repower. "Übernahmen könnten uns keinen zusätzlichen Nutzen bringen", so Tanti.
Repower-Kunden und -Mitarbeiter warten seit Monaten darauf, Details zur Zusammenlegung der Unternehmen zu erfahren. Doch noch schweigt Tanti: "Wir analysieren gerade noch, wo wir Synergien heben können, und planen, dazu mehr zu veröffentlichen, wenn wir unsere Jahreszahlen veröffentlicht haben." Das Geschäftsjahr läuft bis Ende März. Die Zeit drängt: Tanti verliert Ende 2012 die Rechte an der Marke Repower an einen Schweizer Energietechnikanbieter. Tanti muss entscheiden, ob Repower eine eigene Marke behält oder vollständig mit Suzlon verschmilzt.
Repower ist das hochwertigere und teurere Produkt im Technikportfolio von Suzlon - und will sich mit Turbinen für die hohe See hervortun. Im vergangenen Jahr hätte Repower den Marktanteil in Deutschland "signifikant" gesteigert - allerdings mit Windrädern an Land, sagte Tanti. Im Offshore-Geschäft tut sich Repower zunehmend schwer, Siemens dominiert das Geschäft. "Es stimmt schon, für die sehr großen Offshore-Projekte wollen manche Kunden Hersteller mit größeren Bilanzen als die von Suzlon", beschrieb der Suzlon-Chef die Schwierigkeiten. "Aber für Projekte, die unter 1 Mrd. Euro wert sind, ist das noch kein Problem." Die typischen Offshore-Windparks in Deutschland kosten allerdings rund 1,5 Mrd. Euro.
Die größte Nachfrage für den Suzlon-Gesamtkonzern sieht Tanti in den Entwicklungsländern, vor allem in China und Indien. Durch den Preisverfall sei die Windenergie günstig genug für diese Länder geworden. "Wind ist inzwischen in fast allen Ländern der Welt günstiger als Stromerzeugung mit Gas." Weil Suzlon wegen der Werke in China und Indien so günstig produziere, sieht Tanti das Wachstum in preissensibleren Entwicklungsländern für sich als Vorteil. Er erwarte, den Marktanteil von derzeit zehn Prozent um zwei Prozentpunkte steigern zu können.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Eine Bilanz vor dem Amtsantritt? Verbietet sich. Eigentlich. Nicht so bei Anshu Jain. Denn Josef Ackermanns Nachfolger hat schon vor dem Start bei der Deutschen Bank viel verändert. mehr
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Der Tarifabschluss für die Angestellten des Automobilkonzerns entspricht weitgehend dem Flächenvertrag in der Metall- und Elektrobranche. Laut IG-Metall ist er aber "einen Schnaps besser".
mehr
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher hat ein Papier mit Vorschlägen zur Definition systemrelevanter Versicherer vorgelegt. Eine erste Liste möglicher systemisch bedeutender Gesellschaften soll bis Juni 2013 vorliegen. mehr
Vor allem Buchhalter und Finanzexperten würde es treffen: 200 Stellen beim Pharmakonzern Merck sollen laut dem Plan vom Stammsitz Darmstadt ins billigere Osteuopa verlagert werden. mehr
Auf der letzten Hauptversammlung der Deutschen Bank unter Josef Ackermann sorgen Protestgruppen für Gestank. Der Rest der Anwesenden huldigt dem scheidenden Chef. Für Clemens Börsig dagegen gibt's zum Abschied verbales Feuer. mehr
Es ist eine denkwürdige Medienkombi aus RTL und "Zeit", mit der Günter Wallraff mal wieder schwere Missstände aufdeckt. Der fast 70-Jährige muss beim Paketdienst GLS schuften bis zum Umfallen - zu lächerlichen Konditionen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!