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Merken   Drucken   07.02.2012, 11:51 Schriftgröße: AAA

Neues Branchenschwergewicht: Glencore und Xstrata besiegeln Mega-Fusion

Der weltgrößte Rohstoffhändler und der Bergbaukonzern schließen sich zusammen. Der Rohstoffriese bündelt Abbau, Transport und Verkauf. Aktionäre und Wettbewerbshüter müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Martin Ruetschi
Der weltgrößte Rohstoffhändler und der Bergbaukonzern schließen sich zusammen. Der Rohstoffriese bündelt Abbau, Transport und Verkauf. Aktionäre und Wettbewerbshüter müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen.
Auf dem Rohstoffmarkt entsteht ein neuer milliardenschwerer Großkonzern: Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore  und das Bergbauunternehmen Xstrata  haben einen "Zusammenschluss unter Gleichen" vereinbart und schaffen eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Mrd. Dollar. Das neue Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen ab.
Kursinformationen und Charts
  Xstrata 922,5 GBp  [-16.9 -1,80%
  Glencore 340,5 GBp  [-4.5 -1,30%
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Spekulationen über eine Fusion der beiden Konzerne gab es schon länger, vor allem nach dem Börsengang von Glencore im vergangenen Mai, der das bisher größte Debüt an der Londoner Börse war. Die beiden Unternehmen sind schon seit längerem verbunden. Glencore-Gründer Marc Rich hatte sich Anfang der neunziger Jahre bei Südelektra eingekauft, das 1999 zu Xstrata wurde. 2002 kaufte das Unternehmen die australischen und südafrikanischen Kohleaktivitäten von Glencore für 2,5 Mrd. Dollar. Das war einer der wichtigsten Bausteine für den ebenfalls in diesem Jahr über die Bühne gebrachten Börsengang von Xstrata.
Die beiden kommen auf einen Marktwert von rund 90 Mrd. Dollar (68,7 Mrd Euro) und einen gemeinsamen operativen Gewinn(EBITDA) von gut 16,2 Mrd. Dollar. Der Zusammenschluss soll den
Umsatz mittelfristig mindestens um 500 Mio. Dollar verbessern, wie beide Seiten am Dienstag mitteilten.
Xstrata-Aktionäre sollen für einen Anteilsschein 2,8 Aktien von Glencore bekommen und künftig 45 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Insgesamt wird Xstrata damit mit knapp 62 Mrd. Dollar bewertet. Das entspricht einem Zuschlag von gut 15 Prozent zum Schlusskurs am vergangenen Mittwoch. Danach machte Xstrata die Verhandlungen öffentlich, woraufhin der Aktienkurs vor allem von
Xstrata kräftig zulegte. Glencore ist mit 34 Prozent bereits größter Xstrata-Aktionär. Beide Firmen haben ihren Sitz im Schweizer Steuerparadies Zug.
Auch die personellen Weichen sind gestellt. Dabei hält sich die Glencore-Seite zurück, obwohl sie an dem fusionierten Unternehmen die Mehrheit hält. Xstrata-Vorstandschef Mick Davis soll Chef des ganzen Unternehmens werden, Glencore-Chef und Hauptaktionär Ivan Glasenberg  will sich mit der Rolle als Stellvertreter begnügen. Auch die Spitze des Verwaltungsrats soll mit John Bond  der bisherige Xstrata-Chairman übernehmen.
Aktionäre und Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen
Beide Unternehmen hoffen, den Zusammenschluss im dritten Quartal über die Bühne zu bringen. Dafür bedarf es zunächst rechtlicher Zustimmung. Auch die Aktionäre beider Seiten müssen gefragt werden. Und schließlich können Wettbewerbsbehörden rund um den Globus die Pläne durchkreuzen.
Branchenexperten sehen die Vorteile eines Zusammenschlusses vor allem für Glencore. Als Rohstoffhändler sind die Margen des Konzerns viel kleiner als die von einem Förderunternehmen wie Xstrata. Glencore musste den Xstrata-Aktionären daher einiges bieten, damit sie sich auf das Geschäft einlassen.
Der Xstrata-Vorstand empfahl seinen Anteilseignern die Annahme des Glencore-Angebots. Sie müssen im April darüber entscheiden. Drei Viertel der Aktionäre müssen zustimmen. Da die schon bei Glencore liegenden Anteile nicht stimmberechtigt sind, könnte rechnerisch schon eine Minderheit von 16,4 Prozent der Xstrata-Aktionäre die Fusion blockieren. Branchenkenner rechnen aber nicht damit.
Offen ist allerdings, ob die Wettbewerbsbehörden dem Geschäft zustimmen. In der Branche war erst im Jahr 2010 die Zusammenlegung der Eisenerzsparten der beiden Konzerne Rio Tinto  und BHP Billiton  am
Widerstand der Kartellbehörden gescheitert. Anders als bei der jetzt geplanten Fusion war damals aber der Zusammenschluss von Produktionsstätten geplant, während sich die Geschäftsfelder von
Xstrata und Glencore kaum überschneiden. Zudem käme nach Brancheneinschätzung das fusionierte Unternehmen bei keinem Rohstoff auf einen Marktanteil von mehr als 25 Prozent.
Am Aktienmarkt sorgte die offizielle Bekanntgabe der Fusion kaum für Bewegung. Die Xstrata-Aktie fiel in den ersten Handelsminuten leicht. Glencore-Papiere notierten in etwa auf dem Niveau vom Vortag.
19:35:08 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Xstrata 922,5 GBp   -1,80%  -16.9
Glencore 340,5 GBp   -1,30%  -4.5
Rio Tinto 2780 GBp   -0,75%  -21
BHP Billiton 1694,5 GBp   -0,76%  -13
  • Reuters, 07.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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