Unruhe bei den Stromriesen: Medienberichten zufolge will der Energiekonzern RWE in den kommenden Jahren 8000 seiner weltweit 72.000 Arbeitsplätze abbauen. Auch Konkurrent E.ON streicht laut Vorstandschef Teyssen bis zu 11.000 Stellen.
Der Energiekonzern RWE will in den kommenden Jahren mehrere tausend Arbeitsplätze streichen. Bis zu 8000 der insgesamt 72.000 Stellen könnten wegfallen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person aus dem Konzern der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Etwa die Hälfte der von dem Abbau betroffenen Mitarbeiter könnte durch den geplanten Verkauf von Unternehmensteilen ausscheiden. Über die Pläne hatte auch die "Rheinische Post" berichtet.
"Es wird einen Stellenabbau geben", sagte ein RWE-Sprecher, ohne eine Zahl zu nennen. Dabei handele es sich um bereits bekannte Maßnahmen, über die das Management mit den Gewerkschaften im Gespräch sei. Hierzu gehöre unter anderem die Schließung des Atomkraftwerks Biblis, nachdem die Bundesregierung im Sommer den Atomausstieg beschlossen hat. Darüber hinaus würden alte Kohlekraftwerke durch neue Anlagen ersetzt, zu deren Steuerung weniger Personal benötigt werde. Zudem baue RWE sein England-Geschäft um. Weitere Maßnahmen gebe es in Osteuropa.
Der Sprecher betonte, dass der Stellenabbau sozialverträglich umgesetzt werden solle. In Deutschland sind bei dem Konzern betriebsbedingte Kündigungen nach einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern ohnehin bis Ende 2012 ausgeschlossen. Vorstand-Chef Jürgen Großmann hat angekündigt, den durch die Atomwende und das schwächelnde Gasgeschäft unter Druck geratenen Versorger durch den Verkauf von Geschäftsbereichen neu aufzustellen. Bis Ende 2013 will Großmann Geschäfte im Volumen von bis zu elf Mrd. Euro abstoßen, um mit den Einnahmen auch die milliardenschwere Schuldlast zu drücken.
Beim Düsseldorfer Konkurrenten Eon sorgt seit Monaten ein geplanter Stellenabbau für Unruhe. Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 der weltweit rund 80.000 Jobs kürzen. Den Gewerkschaften zufolge könnten alleine in Deutschland 6500 Mitarbeiter betroffen sein. Im Gegensatz zu RWE schließt Eon betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich nicht aus und hat teilte mit, das Ausscheiden von Mitarbeitern durch den geplanten Verkauf von Unternehmensteilen sei in die genannte Zahl nicht einberechnet. Die bulgarische Tochter Eon Bulgaria übernimmt für rund 133 Mio. Euro nun der tschechische Energieversorger Energo-Pro, wie der Konzern in der Nacht zum Samstag mitteilte.
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