Im April 2011 hat Karl-Friedrich Stracke die Opel-Führung übernommen
Mit der Neuaufstellung des Führungsgremiums reagiert Opel auf eine der schwersten Krisen der Unternehmensgeschichte. Noch im letzten Sommer hatte der Autobauer für das Geschäftsjahr 2011 eine schwarze Null in Aussicht gestellt. Im Herbst kassierte Stracke die Prognose. Erst 2016 will er 1 Mrd. Euro Profit erzielen. Kommenden Donnerstag erwarten Insider mindestens einen hohen dreistelligen Millionenverlust für Opel, wenn GM auch die Zahlen fürs Europa-Geschäft vorlegt.
Durch die enttäuschende Geschäftsentwicklung nimmt der Druck aus Detroit weiter zu. Seit November entsandte der US-Konzern vier neue Kontrolleure in den Aufsichtsrat - nicht gerade ein Vertrauensbeweis für den Vorstand.
Als Vertriebschef trifft Visser für die schleppenden Verkäufe eine Mitschuld. Zwar stagniert der gesamte europäische Automarkt. Opel verbuchte jedoch trotz leicht gestiegener Verkaufszahlen einen Verlust von wichtigen Marktanteilen um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2010. Entscheidender war für Vissers Abgang womöglich die persönliche Komponente. Nach Informationen aus Konzernkreisen soll die Chemie zwischen Visser und Stracke nicht gestimmt haben. Als interner Nachfolger wird Thomas Owsianski gehandelt, Leiter des internationalen Marketings bei Opel. Owsianski hat sowohl bei Opel als auch in der Branche einen guten Ruf und gilt als "gnadenloser Blechbeweger". Er kennt den für Opel wichtigen Wachstumsmarkt Russland, wo er für GM den Vertrieb leitete. Stracke spreche außerdem mit externen Kandidaten. Denen werden bessere Chancen eingeräumt.