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Merken   Drucken   27.10.2010, 18:19 Schriftgröße: AAA

Onlinespiel bei Facebook: Mit virtuellen Hühnchen an die Spitze fliegen

Mark Pincus verdient Geld mit nicht existierenden Bauernhöfen. Und zwar richtig viel. Der Erfinder von "Farmville" hat mit seiner Onlinespielefirma Zynga inzwischen sogar den Spielegiganten EA überholt: 5,5 Mrd. Dollar ist sie wert.
© Bild: 2010 Bloomberg
Mark Pincus verdient Geld mit nicht existierenden Bauernhöfen. Und zwar richtig viel. Der Erfinder von "Farmville" hat mit seiner Onlinespielefirma Zynga inzwischen sogar den Spielegiganten EA überholt: 5,5 Mrd. Dollar ist sie wert. von Andrea Rungg, Hamburg
Mark Pincus hat jetzt einen festen Platz auf der Liste der Topgründer im Silicon Valley. Knapp drei Jahre nach dem Start von Zynga ist Pincus' Onlinespielehersteller mehr wert als der nach Umsatz weltweit zweitgrößte Videospieleproduzent Electronic Arts (EA).
Die virtuelle Gartenwelt von "Farmville"   Die virtuelle Gartenwelt von "Farmville"
Das zumindest zeigt die Bewertung von Sharespost, einem Sekundärmarkt für Anteilsscheine von Unternehmen, die nicht an der Börse gelistet sind. Sharespost schaut, wie viele Aktien gehandelt werden, wie Analysten die Firma einschätzen, welche Bewertung die Firma von Wagniskapitalgebern erhält. All das bringt Zynga auf einen Marktwert von 5,5 Mrd. Dollar. EA hingegen kommt an der Wall Street nur auf 5,19 Mrd. Dollar.
Es ist der Aufstieg eines Unternehmens, das bis vor Kurzem noch am Tropf von Facebook hing. Das weltweit größte soziale Netzwerk hatte Pincus' Firma eine Plattform für Spiele wie "Farmville" und "Mafia" gegeben. Zynga verdient Geld durch den Verkauf von virtuellen Hühnern, Pferden oder Schwertern. Kaum ein Videospielehersteller wirtschaftet so profitabel wie Onlinespielehersteller. Gewinnmarge von mehr als 30 Prozent sind keine Seltenheit. Grund genug für klassische Videospielehersteller wie EA, Zyngas kleineren Wettbewerber Playfish zwei Jahre nach der Unternehmensgründung für knapp 400 Mio. Dollar zu kaufen.
Heimliches Schwergewicht   Heimliches Schwergewicht
Zynga hingegen ist potenziellen Käufern enteilt. Eine Reihe Investoren lauert auf einen äußerst vielversprechenden Börsengang. Die Facebook-Investoren Peter Thiel  und Mail.ru haben sich in das Unternehmen eingekauft. Das russische Internetunternehmen beteiligte sich an einer Finanzierungsrunde im Wert von 180 Mio. Dollar. Es folgte eine Beteiligung der Softbank, eines japanischen Telekommunikationsunternehmens. Unbestätigten Meldungen zufolge hat auch Google  einen dreistelligen Millionenbetrag in Zynga investiert. Insgesamt stehen Pincus rund 520 Mio. Dollar zur Verfügung.
Erfolgsgarant des Unternehmens ist der kleine, schmächtige Mark Pincus: erst 44 und schon ein Seriengründer. Seine erste Firma Freeloader verkaufte Pincus 1995 für 38 Mio. Dollar. Zwei Jahre später gründete er Support.com und brachte die Firma wenig später an die Börse. Sein drittes Unternehmen Tribe.net, das erste soziale Netzwerk, war eher ein Misserfolg. Aber immerhin verkaufte Pincus die Technologie für eine unbekannte Summe an Netzwerkausrüster Cisco .

Teil 2: Bescheiden ist Pincus wahrlich nicht

  • FTD.de, 27.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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