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Merken   Drucken   10.11.2011, 22:24 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Italien ist x-mal gefährlicher als Griechenland

Rom brennt. Wenn das Land und seine Partnerstaaten das Feuer nicht ganz schnell löschen, wird daraus ein Flächenbrand. Einfach wird das nicht. Die Euro-Zone ist endgültig in Gefahr.
© Bild: 2011 Getty Images/Carlos Gotay
Kommentar Rom brennt. Wenn das Land und seine Partnerstaaten das Feuer nicht ganz schnell löschen, wird daraus ein Flächenbrand. Einfach wird das nicht. Die Euro-Zone ist endgültig in Gefahr. von Thomas Schmoll 
Was Europa gerade erlebt, gleicht einer Gruselgeschichte. Immer, wenn der Glauben um sich greift, endlich sei der Spuk vorbei, zerstört eine neue Hiobsbotschaft die Hoffnung auf den Sieg des Guten. Endlich, dachten wir alle, raufen sich griechische Regierung und Opposition zusammen und bringen ihr Land gemeinsam auf Vordermann. Fehlanzeige.
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Vorrang haben innenpolitische Machtspiele. Endlich, dachten wir alle, plant der sündhaft schlechte Silvio Berlusconi als Regierungschef seinen Rücktritt und beruhigt damit die Märkte. Fehlanzeige. Vorrang haben innenpolitische Machtspiele.
Der Spuk geht also immer weiter? Nein. Er fängt erst richtig an. Was jetzt auf Europa zukommt, wird die Rettung Griechenlands als Planspiel angehender Studenten der Betriebswirtschaft verblassen lassen. Europa steht vor genau dem, was es nie wollte: einem Flächenbrand.
Italien bewegt sich in Richtung Pleite. Seit Mittwoch steht fest: Ohne ein Wunder wird sich das Land, das Genies wie Michelangelo, Galilei und Machiavelli hervorbrachte, nicht aus eigener Kraft retten können. Bis zu 7,5 Prozent Zinsen muss Italien inzwischen für zehnjährige Anleihen bezahlen. Bei einer Auktion von Bonds mit einjähriger Laufzeit lag die Rendite bei 6,087 Prozent - beides Ausmaße, die eine Refinanzierung am Kapitalmarkt auf Dauer quasi unmöglich macht. Die Erfahrung mit Griechenland, Portugal und Irland zeigt, dass sich selbstverstärkende negative Marktdynamiken nicht aufhalten lassen. Das heißt, für Italien sieht es zappenduster aus.
Führt man sich die Beträge vor Augen, um die es geht, wird schnell klar, warum das römische Fiasko gefährlicher ist als die griechische Tragödie. Athen steht welteit mit mehr als 350 Mrd. Euro in der Kreide, Rom mit mehr als 1800 Mrd. Euro. Natürlich sieht es für Italien besser aus, wenn die Gesamtverschuldung der zwei Staaten ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesetzt werden. Schließlich gehört das Alpenland zu den acht stärksten Industrienationen der Welt (G8). 2010 waren es bei Italien 119 Prozent des BIP, bei Griechenland knapp 143 Prozent. Nach der Herbstprognose der EU-Kommission steigt der Wert für Griechenland auf 198,8 Prozent im kommenden Jahr, der für Italien auf "nur" 120,5 Prozent.

Teil 2: Die EZB müsste kaufen, kaufen, kaufen...

  • FTD.de, 10.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 11.11.2011 18:53:37 Uhr   khaproperty: Der Euro ist walking dead.

    Es kann nicht funktionieren, eine Kunstwährung ohne Fleisch und Blut sowie ohne Unterstützung der Völker sowie der Regierungen am Leben zu erhalten. Es fehlt an der Konzentration von Souveränität an zentraler Stelle. Die dazu größtenteils nötigen Volksbefragungen der Bevölkerung brauchten erstens Zeit, zweitens Diskurs und drittens wird Zustimmung nie überall gelingen können angesichts der z.T. drastischen Mentalitätsdifferenzen und weiteren Unterschiede bei den Völkern.
    Die andauernden Symptombehandlungen helfen nicht wirklich und können allenfalls Zeit schinden bis zur unabweislichen Rückabwicklung der Gemeinschaftswährung. Nur unter diesem Gesichtspunkt sind sie auch noch zu begreifen.

  • 11.11.2011 12:56:06 Uhr   oakeshott: Was soll das?
  • 11.11.2011 10:40:29 Uhr   Pequod: Wasserkopf
  • 11.11.2011 10:11:01 Uhr   bluejay: Ursache und wirkung
  • 11.11.2011 08:05:41 Uhr   Anabel: Armes Europa
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