Der Sparkurs bei Air France-KLM macht sich bemerkbar. Die Fluggesellschaft halbierte im abgelaufenen zweiten Quartal ihren operativen Verlust unerwartet deutlich auf 66 Mio. Euro.
Der Lufthansa-Rivale begründete die Verbesserung auch mit einem höheren Passagieraufkommen. Die Erlöse stiegen um 4,5 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro.
Die Restrukturierungskosten für den Konzernumbau schlagen allerdings stark zu Buche, die Fluglinie steckte eine Menge Belastungen in das abgelaufene Quartal: Der Nettoverlust erhöhte sich von 197 Mio. auf 895 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt nur mit 211 Mio. Euro Nettoverlust gerechnet. Positiv für die Air France-KLM: Beim operativen Verlust hatten die Branchenexperten nur 216 Mio. Euro erwartet.
Dem Unternehmen halfen zuletzt höhere Ticketpreise: Im Schnitt nahm Air France-KLM von den Passagieren je geflogenen Kilometer vier Prozent mehr ein. Die Stückkosten je angebotenen Passagierkilometer legten dabei nur um 3,5 Prozent zu, obwohl die Kosten für Treibstoff insgesamt um fast 13 Prozent stiegen.
Europas Fluglinien leiden derzeit auch unter der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Airlineverband Iata sagt in seiner aktuellen Schätzung den Fluglinien des Kontinents daher einen Gesamtverlust von mindestens 1,1 Mrd. Dollar voraus. Das Minus könnte sich sogar ausweiten, sollte sich die Krise verschärfen, hieß es jüngst aus der Dachorganisation der Fluglinien.
Damit fällt die europäische Luftfahrtbranche weiter hinter die Konkurrenz aus den USA, aber auch aus China und dem Nahen Osten zurück. Zahlreiche Fluggesellschaften in Europa kämpfen ums Überleben, darunter die polnische Lot und TAP aus Portugal. Andere Airlines wie Malev aus Ungarn sind bereits vom Markt verschwunden. Hinzu kommt, dass die großen Konzerne wie Lufthansa, British Airways oder Air France-KLM noch zusätzlich wegen des EU-Emissionshandels Geld verlieren.