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Merken   Drucken   10.05.2012, 08:45 Schriftgröße: AAA

Schrumpfender Gewinn: RWE leidet unter Atomausstieg

Der deutsche Energiekonzern RWE bestätigte nach Gewinneinbußen im ersten Quartal seine Prognose für das Jahr. Belastungen aus dem beschleunigten Atomaustieg und das schwächelnde Gasgeschäft dämpfen das Ergebnis.
© Bild: 2012 DPA/Bernd Thissen
Der deutsche Energiekonzern RWE bestätigte nach Gewinneinbußen im ersten Quartal seine Prognose für das Jahr. Belastungen aus dem beschleunigten Atomaustieg und das schwächelnde Gasgeschäft dämpfen das Ergebnis.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE  kehrt nach der Atomwende noch nicht auf einen Wachstumskurs zurück.

Nach Einbußen im ersten Quartal bestätigte der scheidende Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag die Prognose, wonach sowohl das betriebliche Ergebnis als auch das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis 2012 wohl auf dem Vorjahresniveau liegen werden. Die Abschaltung des AKW Biblis und das weiter schwächelnde Gasgeschäft drückten auf die Erträge. Bei einem um ein Prozent auf 15,6 Mrd. Euro gesunkenen Umsatz schrumpfte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 8,8 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis fiel um 20 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Damit traf RWE in etwa die Markterwartungen.

RWE muss noch zahlreiche Gasverträge neu aushandeln

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Der Konkurrent Eon  hatte am Vortag für das erste Quartal ein Wachstum beim operativen Ergebnis vorgelegt, wobei der Konzern von einer Trendwende im lange verlustreichen Gasgeschäft profitierte. Auch RWE-Chef Großmann verwies darauf, eine Reihe von Gaslieferverträgen neu ausgehandelt zu haben. Er hat aber darüber hinaus noch großen Handlungsbedarf. "Unser besonderes Augenmerk gilt nun den verbleibenden Preisrevisionen mit drei großen internationalen Öl- und Gasunternehmen", schrieb er an die Aktionäre. Namen nannte er nicht. Es dürfte sich dabei aber unter anderem um den russischen Gazprom -Konzern handeln, bei dem auch Eon bislang auf Granit beißt. RWE will die Gasverhandlungen 2013 abschließen und erwartet dann erheblich Entlastungen.

Der Versorger schrieb in seiner Sparte Trading/Gas Midstream im ersten Quartal einen Verlust von rund 220 Mio. Euro. RWE müsse an seine Gaslieferanten zum Teil deutlich höhere Preise bezahlen als die eigenen Kunden berappen wollten, hieß es im Geschäftsbericht. Neben den Einbußen in der Stromerzeugung schmolzen auch die Gewinne in Großbritannien und Osteuropa. Zulegen konnte hingegen die Öl- und Gasfördertochter RWE Dea.

Vorstandschef Großmann gibt im Juli den Chefposten an Peter Terium ab. Der 48-jährige Niederländer will das Geschäft mit Ökostrom ausbauen und zugleich 2013 und 2014 zusätzlich 1 Mrd. Euro einsparen. Er will darüber hinaus weitere Beteiligungen in Milliardenhöhe abstoßen. Zur Disposition steht unter anderem die Beteiligung an den Berliner Wasserbetrieben, der tschechische Ferngasnetzbetreiber NET4Gas sowie Geschäfte von RWE Dea.

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  • Reuters, 10.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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