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Merken   Drucken   13.10.2010, 20:34 Schriftgröße: AAA

Gefährlicher Engpass: Merkel will Rohstoffversorgung sichern

Die Kanzlerin reagiert. Weil zahlreiche Unternehmen fürchten, im Wettlauf mit China um wichtige Industriemetalle leer auszugehen, will Merkel nun Abhilfe schaffen. Die Politik soll sich einmischen - eine Kehrtwende. von Nils Kreimeier  Berlin, Simon Schäfer  Hamburg, Claudia Kade  Berlin und Kirsten Bialdiga  Düsseldorf
Muss Deutschland Angst haben vor einer "gelben Gefahr"?

 

Muss Deutschland Angst haben vor einer "gelben Gefahr"?

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, größere Anstrengungen bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen zu unternehmen.
Angesichts des zielstrebigen Vorgehens etwa von China in dieser Sache müssten sich die Industrieländer und damit Deutschland mehr Gedanken um die langfristige Absicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen machen, sagte Merkel. "Hier müssen Wirtschaft und Politik noch enger und mehr miteinander sprechen."
Hintergrund ist die dominante Stellung Chinas auf dem Markt für wichtige Industriemetalle. Bei seltenen Erden, die zum Bau von Elektromotoren oder Windkraftanlagen verwendet werden, beherrscht China die weltweite Produktion mit einem Anteil von 97,3 Prozent.
Zuletzt hatte das Land die Exportquoten verringert. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bezeichnete die Ausfuhrbeschränkungen der Chinesen am Mittwoch in Schanghai als "unfreundlichen Akt".
Bei der deutschen Industrie wächst die Sorge vor einer Rohstoffknappheit. "Der Engpass ist da. Die ersten Firmen bekommen schon keine seltenen Erden mehr", warnt Harald Elsner, Experte bei der Deutschen Rohstoffagentur.
Infografik: Hier werden seltene Erden abgebaut   Infografik: Hier werden seltene Erden abgebaut
Laut einer aktuellen Forsa-Studie rechnen mehr als die Hälfte von 100 befragten Unternehmen aus der metallverarbeitenden Industrie bei bestimmten Rohstoffen mit drastischen Preiserhöhungen, die zu empfindlichen Kostensteigerungen führen könnten.
Knapp ein Drittel befürchtet, dass eine weitere Verknappung der Technologiemetalle die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährden könnte. "Die Nervosität in den Unternehmen wird immer größer und größer", sagte Salzgitter-Aufsichtsratschef Rainer Thieme bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag.
Hunger nach Stahl   Hunger nach Stahl
Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte bereits zu Wochenbeginn vor einer "Rohstofflücke" gewarnt, die zur Bedrohung für die deutsche Industrie werden könne. Klaus Mangold, der scheidende Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, forderte die Bundesregierung auf, eine "nachhaltige Rohstoffstrategie" zu entwickeln, um dem Problem zu begegnen.

Teil 2: Strategische Rohstoffe im Austausch für Kredite "zum Nulltarif"

  • FTD.de, 13.10.2010
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