Exklusiv
Nicht das Plenum, sondern der Haushaltsausschuss soll die Hauptrolle bei Entscheidungen über Finanzhilfen des Rettungsfonds spielen. Das schlagen die Budgetexperten der Koalition vor - und schränken damit die Beteiligungsrechte des Bundestags ein.
von Claudia KadeBerlin
Die obersten Haushälter von Union und FDP wollen die Mitsprache des Parlaments bei künftigen Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF vor allem auf den Haushaltsausschuss konzentrieren. Im Entwurf der Haushaltsexperten Norbert Barthle (CDU), Bartholomäus Kalb (CSU) und Otto Fricke (FDP) für die Koalitionsspitzen, der der FTD vorliegt, wird ein abgestuftes Verfahren vorgeschlagen.
Demnach soll das gesamte Plenum des Bundestags nur in den Fällen einbezogen werden, in denen ein weiterer Euro-Mitgliedsstaat "Hilfskredite, aber auch vorsorgliche Maßnahmen, die Rekapitalisierung von Finanzinstituten sowie Anleihekäufe" beantragt oder Maßnahmen mit Folgen für den Bundeshaushalt beschlossen werden. "Stimmt der Deutsche Bundestag nicht zu, hat der deutsche Vertreter (im Gremium der EFSF) mit Nein zu stimmen."
"Die im Rahmenvertrag der EFSF vorgesehenen Leitlinien für die konkrete, operative Ausgestaltung der Anwendung der neuen Instrumente sind vom Haushaltsausschuss zu billigen, bevor der deutsche Vertreter im Gremium der EFSF diesen zustimmen kann", heißt es in dem Entwurf weiter. Auch wenn die Bedingungen für bereits genehmigte Hilfen nachträglich geändert würden, ohne dass der Finanzrahmen ausgeweitet werde, müsse der Haushaltsausschuss zustimmen. "Dies betrifft z.B. Änderungen an der Laufzeit bzw. an der Zinshöhe für bestehende Hilfskredite, aber auch Anpassungen bei den möglichen Instrumenten einer Normaßnahme." Wenn einzelne Tranchen eines Kreditpakets an einen Euro-Schuldenstaat ausgezahlt würden, müsse der Haushaltsausschuss lediglich "zeitnah und umfassend" informiert werden.
Der Vorschlag aus der Union zur Einrichtung eines neuen Bundestagsausschusses findet sich nicht in dem Entwurf. Dieser wird nun den Fraktionsspitzen von Union und FDP zugeleitet. Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) hatte am Dienstag weiterreichende Mitspracherechte des gesamten Plenums vorgeschlagen. Nach seinen Vorstellungen sollen die Abgeordneten auch über die Anwendung der Hilfsinstrumente befinden.
Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr
Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr
Die Idee einer Wiedereinführung der Vermögensteuer mag populär sein, klug ist sie jedoch nicht. Denn der bürokratische Auffwand ist unabsehbar. Lohnenswerter wäre eine Reform der Erbschaftsteuer. mehr
Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?
An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende machen - eine Herkulesaufgabe. Die Kosten drohen auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben. mehr
Milliardenschwere Rettungsdarlehen allein helfen Griechenland nicht. Das Land braucht Hilfe bei Staatsaufbau und Korruptionsbekämpfung – wie ein Entwicklungsland. mehr
Nach einem erneuten Massaker an Zivilisten in der Protesthochburg Homs rückt Russland von dem syrischen Regime ab. Der US-Generalstabschef erwägt erstmals ein militärisches Vorgehen gegen Syrien. mehr
Sollten die Griechen die Drachme wieder einführen, wäre die Währungsunion nicht am Ende, sagt Commerzbank-Vorstand Zielke. Dennoch seien Vorbereitungen nötig - wie sie auch die Schweizer planen und wie der Reisekonzern TUI sie Hellas-Touristen empfiehlt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!