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10.02.2010, 08:30
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Blankoscheck für Fannie und Freddie
Obama hat den Investmentbanken den Kampf angesagt, lässt aber zwei Hauptschuldige an der Krise gewähren: die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Niemand weiß einen Ausweg - Experten rechnen mit der nächsten Blase.
von Sebastian Bräuer, New York
Barney Frank, Kongresspolitiker mit Hang zu großen Worten, ist wieder in Hochform. "Wir sollten Fannie Mae und Freddie Mac in ihrer jetzigen Form abschaffen und ein völlig neues System der Häuserfinanzierung aufbauen", tönt er. Nach einer kleinen Pause fährt er fort, diesmal deutlich leiser, ein Hauch von Resignation schwingt mit: "Ich kann nicht sagen, wann. Und ich habe keine Ahnung, wie das neue System aussehen wird. Niemand weiß das, glaube ich. Wir wissen nur, dass wir etwas Neues brauchen."
Washington, exakt 17 Monate nach der Verstaatlichung der beiden Häusergiganten.
Fannie Mae und
Freddie Mac verschlingen weiterhin Milliarden Dollar, die beiden Immobilienfinanzierer, die maßgeblich zur Finanzkrise beigetragen haben und die Wall Street ins Wanken brachten.
Jahrelang trieben sie künstlich die Häuserpreise in die Höhe, verschuldeten sich in aller Welt, bis schließlich das Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammenkrachte. Ihr Hauptgeschäft, Hypotheken zu kaufen und gebündelt weiterzugeben, war kläglich gescheitert. Aber die beiden Häuser gelten als systemrelevant, der Staat eilte mit seinem Scheckbuch zu Hilfe. "Ohne ihre Rettung wäre das Finanzsystem kollabiert", sagt Mark Calabria, Finanzexperte beim Cato Institute.
Und jetzt? Milliarden Dollar später geht es einfach weiter, als sei nichts gewesen. Ihre Marktanteile auf dem Häusermarkt bauen Freddie und Fannie konsequent aus. Sie machen genau das, was ins Desaster geführt hat. Ein Ende ist nicht in Sicht.
US-Präsident Barack Obama
Auch
Barack Obama wagt sich nicht an die tickenden Zeitbomben. Den Investmentbanken hat der US-Präsident den Kampf angesagt, will den Eigenhandel einschränken, die Zockerei mit Derivaten unter Kontrolle bringen. Doch Fannie und Freddie lässt er gewähren, es gibt nicht einmal einen Reformvorschlag. Und so warnen Experten bereits vor der nächsten Blase.
Der amerikanische Häusermarkt ist in einem jämmerlichen Zustand. Seit der Krise stehen ganze Stadtviertel leer, und dieses Jahr wird es noch schlimmer: Die Statistiker von Realtytrac sagen den USA für 2010 drei Millionen abgeschlossene Zwangsversteigerungen voraus - absoluter Rekord.
Teil 2: Die privaten Institute sind zögerlich geworden
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Aus der FTD vom 10.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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