Anshu Jain ist Chef der Deutschen Bank geworden, weil er etwas vom Investmentbanking versteht, Jürgen Fitschen, weil er viele Politiker und Unternehmenslenker kennt. So, wie die Dinge liegen, wird ihnen in den nächsten Jahren eine wesentliche Qualifikation fehlen: der richtige Umgang mit mächtigen Arbeitnehmervertretern. Für Verdi-Chef Frank Bsirske ist der großflächige Einstieg seiner Gewerkschaft in die Deutsche Bank eine der voraussichtlich letzten großen Chancen seiner Karriere. Der 60-Jährige ist der bislang einzige Vorsitzende der 2001 gegründeten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sein Hauptverdienst: Er hat die Fusion aus fünf Einzelgewerkschaften effektiv gemanagt. Sein Hauptproblem: Seit Gründung geht die Zahl der Mitglieder zurück - von 2,8 Millionen 2001 auf 2,07 Millionen 2011. Die große Schwester, die IG Metall, hat die Wende geschafft - unter anderem weil sie sich durch öffentlichkeitswirksame Mitarbeit an strategischen Umbrucharbeiten in Großkonzernen wie Siemens , VW oder Opel in die Relevanz zurückgekämpft hat.
Verdis hoher Organisationsgrad bei der Postbank eröffnet Bsirske jetzt genau diese Chance bei der Deutsche Bank. Es fügt sich für den Gewerkschaftschef wunderbar, dass Jain und Fitschen schon mehrfach öffentlich einen Kulturwandel in dem Geldhaus angekündigt haben. Deutschlands Marktführer solle seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Gemünzt ist das von den beiden Chefs auf das Investmentbanking: gemäßigtere Boni, verantwortungsvollerer Auftritt an den Finanzmärkten. Da wird Bsirske gern mitgehen.
Zum Konflikt wird es kommen, wenn Jain und Fitschen im Filialgeschäft umbauen müssen, das heute im Grunde noch so betrieben wird wie seit 30 Jahren schon. Dort sitzt die Mehrzahl der Verdi-Mitglieder, und dort ist ein Strukturwandel überfällig. Das Internet sortiert gerade die Geschäftsmodelle beispielsweise im Einzelhandel und bei den Medien neu. Das Privatkundenbanking mit seinen Öffnungszeiten von 9 bis 16 Uhr und personell komfortabel ausgestatteten Filialen in Toplagen wird eine der nächsten Branchen sein.
Bsirske weiß, was er in solchen Situationen zu tun hat. Jain und Fitschen nicht. Für sie wird dieser Kulturwandel schmerzhaft.
Es wäre vor ca.20Jahren eine amüsante Vorstellung gewesen, ist heute aber bitterer ernst geworden. Gewerkschaften haben sich zu "Verdi" zusammengeschlossen um sehenden Auges stillschweigend die Agenda2010 durchzuwinken. Bis heute keine Einwende, keine Einrede seitens der Gewerkschaft mit Blick auf Billiglohn, Enteignung und Entrechtung. Das gesamte soziale Umfeld wurde zerschlagen ohne das irgendeine Gewerkschaft ihren Sinn und Aufgabe gerecht wurde. "Sozialdemokraten haben euch verraten", prächtig Rot blüht auch hierzulande der Sozialismus. Man schreibt von 2,8Mio.Mitglieder Anno2001, und immer noch 2,07Mio.Mitglieder Anno2011. Das sind schlicht 2,07Mio.Vereinsmitglieder zuviel. Es stellt sich schon die Frage aus welchen Branchen jene Mitglieder bei Verdi überhaupt noch kommen könnten welche den Vorstand dort hoch leben läßt. Sicherlich ein Parteibuch von SPD und UNION in der Tasche, Genosse? Ähnlich wie an der Börse wage ich die Wette und setze auf "öffentlicher Dienst" oder vergleichbare Angestellte. Wert und werkschaffende Bürger kämpfen ums überleben, haben andere Sorgen als eine Gewerkschaft welche sich offenkundig lediglich ums eigene Kapital kümmert.
Folgerichtig antworten die meisten Mitbürger, was soll man in einer sinnlosen Gewerkschaft. Diese Ansicht ist kurzsichtig und falsch. Die Entwicklung der sozialen Sicherheit heute: "Was richten Gewerkschaften wie z.B. Verdi aufgrund ihrer Größe und Gesinnung an?"
Werte Freunde der Demokratie;
Leben wir um zu arbeiten, oder arbeiten wir um zu leben? Diese Frage mit einer "roten Karte" zu beantworten ist fatal. Eine solche Frage einer Gewerkschaft zu stellen, kommt heute einer schallende Ohrfeige gleich. Noch schlimmer ist es, bleibt jene zusammengeschlossene Gewerkschaft wie z.B. "Verdi" eine Antwort schuldig. Es ist nicht annehmbar das seitens "Verdi" ein Griff zur 'Deutschen Bank' ein arbeitsuchenden Mitbürger hilfreich sein dürfte. Ganz im Gegenteil. Die 'Deutsche Bank' verhilft Vereine wie z.B. "Verdi" wachsende Wirtschaftskrisen zu überstehen, wo der Mitbürger draußen im Regen verbleibt.