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12.05.2011, 15:14
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Geldkrake:
Goldmans mieser Ruf ist Kunden egal
© Bild:
2009 Bloomberg
Einigen Verschwörungstheoretikern gilt das Wall-Street-Haus als eine Art dunkles Herz einer geheimen Weltregierung. Die Kunden scheint das nicht zu stören: Sie bringen ihr Geld eben dahin, wo es sich am stärksten vermehrt, ist das Ergebnis einer Bloomberg-Umfrage.
Bei der Mehrheit der Kapitalmarktakteure hat
Goldman Sachs zwar einen schlechten Ruf. Die Geschäfte der US-Bank werden dadurch aber nicht belastet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Dienstleister Bloomberg unter seinen Kunden hat durchführen lassen. Demnach haben 54 Prozent der befragten Händler, Investoren und Analysten zwar eine schlechte Meinung über das Wall-Street-Haus. Zugleich denken aber 78 Prozent der Befragten, das werde keinen Kunden vertreiben - nicht einmal Vorwürfe, der US-Börsenaufsicht, die Bank haben ihre eigenen Kunden mit Immobilienpapieren übervorteilt.
Kursinformationen und Charts
Dass Goldman Sachs einen schlechten Ruf genießt, ist keinesfalls neu, wird aber durch die Umfrage mit konkreten Zahlen unterfüttert. Das Institut gilt als personell extrem gut vernetzt. Frühere Mitarbeiter finden sich reihenweise in Washington, weshalb dem Unternehmen großer Einfluss auf die US-Politik nachgesagt wird. Nicht zuletzt war
Henry Paulson , Amtsvorgänger des aktuellen US-Finanzminister
Timothy Geithner während der Finanzkrise, langjähriger Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.
Auch in Europa umweht Goldman ein unguter Ruf. Das geht so weit, dass sogar Gegner des Italieners Mario Draghi als neuem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dessen Tätigkeit im Verwaltungsrat der in London ansässigen Europatochter des Instituts verwiesen, um seine Chancen auf die Nachfolge von Jean-Claude Trichet zu schmälern.
Goldman Sachs ist nicht so sehr auf dem New Yorker Parkett eine Macht als vielmehr bei M&A
Doch nicht nur Verschwörungstheoretiker sehen die Geldkrake Goldman als Zentrum einer angeblichen Weltverschwörung der Wall Street, die sich den Reichtum der Welt unter den Nagel reißen will. Ein Untersuchungsausschuss des US-Senats zur Finanzkrise unter Führung des demokratischen Politikers Carl Levin wies dem Unternehmen in seinem Mitte April veröffentlichten Abschlussbericht Irreführung der eigenen Kunden nach. Demnach hat das Institut gleichzeitig gegen immobilienbesicherte Papiere gewettet, sie ihren Kunden aber als sichere Anlage angepriesen. Ermittlungen dazu durch die Börsenaufsicht SEC hatte die Bank zu diesem Zeitpunkt bereits niedergeschlagen - durch die Zahlung einer Rekordsumme von 550 Mio. Dollar.
"Die Meinungen über Goldman Sachs gleichen sich rund um die Welt", sagte Ann Selzer vom gleichnamigen Meinungsforschungsinstitut in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa, das die Umfrage im Auftrag von Bloomberg durchgeführt hat. Es gebe nur "sehr wenige Unterschiede zwischen den USA, Europa oder Asien", stellte sie klar. Ihren Angaben zufolge haben die Ergebnisse eine Fehlermarge von 2,8 Prozentpunkten. Ein Sprecher der Bank wollte sich laut Bloomberg nicht zu den Ergebnissen äußern.
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FTD.de, 12.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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