Hohe Abschreibungen:Milliardenverlust bei Crédit Agricole
Erstmals eit ihrem Börsengang muss die französische Großbank Crédit Agricole einen Verlust ausweisen. Grund sind vor allem milliardenschwere Abschreibungen auf Beteiligungen und Anleihen
Die französische Bank Crédit Agricole hat im vergangenen Quartal einen größeren Verlust angehäuft als erwartet. Belastet wurde das Geldhaus insbesondere durch hohe Kosten für die Verkleinerung seiner Bilanz sowie die Schuldenkrise Griechenlands. Der Fehlbetrag lag bei 3,07 Mrd. Euro. Analysten hatten mit einem Minus von lediglich 2,75 Mrd. Euro gerechnet.
Das ist der höchste Quartalsverlust ihrer Geschichte. Zum ersten Mal seit dem Börsengang 2001 verzeichnet die Bank damit auch einen Gesamtjahresverlust von knapp 1,5 Mrd. Euro betragen. 2010 hatte die Bank noch 3,6 Mrd. Euro verdient.
Die Einnahmen fielen um vier Prozent auf 4,66 Mrd. Euro und lagen damit etwas höher als die Analystenprognose von im Schnitt 4,54 Mrd. An einmaligen Belastungen im Schlussquartal 2011 gab es unter anderem Abschreibungen im Volumen von 2,6 Mrd. Euro, darunter auch auf die Beteiligung an der spanischen Bank Bankinter und der portugiesischen Banco Espirito Santo. Darüber hinaus nahm die Bank Wertberichtigungen von 220 Mio. Euro auf ihre griechischen Staatsanleihen vor. Ebenso wie die Commerzbank hat sie sie damit um insgesamt 74 Prozent angeschrieben.
Bereits im Dezember hatte die Bank die Dividende für 2011 gestrichen und gesagt, sie könne ihre Ziele für 2014 nicht bestätigen, weil die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen schwer abzusehen seien.
Bankenchef Jean-Paul Chifflet streicht Stellen im Investmentbanking, um die Kosten zu senken, nachdem die Staatschuldenkrise in der Eurozone die Handelserlöse beeinträchtigt hat. Hinzu kam, dass US-Geldmarktfonds mit ihren Investments französische Banken gemieden haben, was deren Kurzfristfinanzierung erschwerte. Darüber hinaus verschärfen die Aufsichtsbehörden die Eigenkapitalvorschriften für die Banken.
Die Risikovorsorge der Crédit Agricole auf griechische Staatsanleihen ist zwar niedriger als diejenige von Konkurrent BNP Paribas. Durch die griechische Tochtergesellschaft Emporiki Bank of Greece lag das gesamte Griechenland-Investment der Bank zum Jahresende bei 5,5 Mrd. Euro. Die in Athen ansässige Verbraucherbank kam im vierten Quartal auf einen Verlust von 352 Mio. Euro, da die Risikovorsorge für riskante Kredite zunahm. Crédit Agricole hatte 2006 rund 2,2 Mrd. Euro für die Mehrheitsbeteiligung an Emporiki ausgegeben.
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