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01.11.2010, 09:00
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Innenleben der Postbank-Übernahme:
Die Tricks des Josef Ackermann
Bevor das freiwillige Angebot an die Postbank-Aktionäre ausgelaufen ist, ist der Deutsche-Bank-Chef bereits seinem Ziel einer Übernahme nahe: Lücken im Kapitalmarktrecht machen's möglich.
von Tim Bartz ,
Christian Kirchner Frankfurt
und Sven Oliver Clausen Hamburg
Josef Ackermann strotzt derzeit vor Kraft. Egal, ob der Deutsche-Bank-Chef mit Analysten und Presse über sein Geldhaus spricht oder wie kürzlich auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington mit Politikern und Branchenvertretern über die Weltläufte in den Zeiten nach der großen Krise: Stets macht der Schweizer auf Beobachter den Eindruck, als sei er mit sich und seiner Bank im Speziellen und der Welt im Allgemeinen im Reinen.
Josef Ackermann
Selbst die leidige Regulierungsdebatte scheint ihn nur abstrakt zu beschäftigen. Schließlich werde die Deutsche Bank, so versicherte Musterknabe Ackermann in seinem Aktionärsbrief zu den Quartalszahlen, schon Anfang 2013 erfüllen, was die Aufseher der Finanzbranche an neuen Eigenkapitalregeln bis 2019 auferlegt haben.
Vielleicht ist die Zufriedenheit, die der 62-Jährige im Herbst seiner Karriere ausstrahlt, Ausdruck altersbedingter Milde. Ganz sicher aber hat sie auch damit zu tun, dass er seinen letzten großen Deal bereits "im Sack" hat, wie es in der Frankfurter Bankenszene heißt: die Übernahme der
Postbank .
Kursinformationen und Charts
Offiziell hält die
Deutsche Bank laut der letzten Mitteilung gerade einmal 31,2 Prozent an dem Bonner Institut. Die notwendigen 50 Prozent plus eine Aktie, um die Postbank konsolidieren und formal eingliedern zu können, sind damit in weiter Ferne. Das freiwillige Angebot über 25 Euro je Aktie an die rund 31 Prozent Streubesitzaktionäre der Postbank läuft nur noch bis Donnerstag dieser Woche. Dieser Betrag ist das gesetzliche Minimum, das dem gewichteten Durchschnittskurs der Postbank-Aktie der letzten drei Monate entspricht.
Die 25 Euro regen Aktionärsvertreter auf. Denn Ackermann hatte mit dem Postbank-Großeigner
Deutsche Post vor knapp zwei Jahren einen Preis von 45 Euro pro Post-Aktie dafür ausgehandelt, dass der Logistiker ihm bis spätestens 2013 die 39 Prozent abtritt, die die Post noch hält.
Tatsächlich aber stellt sich für Ackermann gar nicht mehr die Frage, ob er die Mehrheit einstreicht, sondern wie genau. Dafür sorgen die Szenarien, die seine Strategen und Juristen für jede denkbare Annahmequote des Übernahmeangebots entworfen haben - auch für den Fall, dass er unter der wichtigen 50-Prozent-Schwelle bleibt. Die Übernahme ist auch ein Lehrstück über die Kreativität der Banker, alle Möglichkeiten des Kapitalmarktrechts und die Lücken, die es bietet, auszunutzen. Wie sicher sich Ackermann seiner Sache ist, zeigt, dass er die Optionen im Zuge der Kapitalerhöhung der Deutschen Bank gegenüber institutionellen Investoren grob skizziert hat.
Teil 2: Optionen der Deutschen Bank gegenüber institutionellen Investoren
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FTD.de, 01.11.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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