Neue Statistik:Wall-Street-Banker verdienen im Schnitt 360.000 Dollar
Die Gehälter von Bankern und anderen Wertpapierhändlern in New York sind um 16 Prozent gestiegen. Einschließlich Boni betragen sie das Fünffache der in der Stadt gezahlten Durchschnittslöhne. Allerdings müssen viele Banker um ihre Jobs fürchten.
von Barbara SchäderFrankfurt
Eine neue Gehaltsstatistik des Staates New York liefert frische Munition für die Protestbewegung an der Wall Street: Wertpapierhändler bei Banken und anderen Finanzinstituten in der Metropole verdienen demnach durchschnittlich 361.330 Dollar (263.430 Euro) pro Jahr - inklusive Boni. Das sei 5,5 Mal so viel, wie in anderen Unternehmen gezahlt werde, heißt es in einem Anfang der Woche veröffentlichten Bericht des staatlichen Rechnungsprüfers Thomas DiNapoli. Die Zahlen beziehen sich auf 2010.
Durschnittsgehalt in New York City
Die Bezüge der New Yorker Investmentbanker und Broker bewegen sich damit wieder auf das Rekordhoch von 2007 hinzu - damals verdienten sie im Schnitt 400.000 Dollar. Nach einem Rückgang in den Krisenjahren 2008 und 2009 seien die Durchschnittsgehälter im vergangenen Jahr wieder um 16,1 Prozent gestiegen, schreibt DiNapoli - trotz rückläufiger Einnahmen.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erhöhten sich die Personalkosten der bei der New Yorker Börse registrierten Wertpapierhandelsfirmen weiter: Gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 kletterten sie um 18,7 Prozent auf insgesamt 37,2 Mrd. Dollar. Allerdings sei auch die Zahl der Beschäftigten gestiegen, heißt es in dem Bericht.
Seit April werden in der New Yorker Finanzbranche wieder Stellen gestrichen. Von April bis August wurden DiNapoli zufolge 4100 Arbeitsplätze abgebaut. Bis Ende 2012 dürften rund 10.000 weitere wegfallen. Sollte sich die Prognose bewahrheiten, stiege die Zahl der seit der Finanzkrise 2008 gestrichenen Stellen auf 32.000. Nach Einschätzung DiNapolis hängen an jedem Job an der Wall Street bis zu drei weitere im gesamten Bundesstaat.
In New York arbeiten die Chefs vieler amerikanischer Geldhäuser und Spitzenbanker aus aller Welt. Außerhalb der Stadt verdienen Wertpapierhändler weniger: Im gleichnamigen Bundesstaat lag der Durchschnittsverdienst 2010 bei 209.500 Dollar, landesweit bei 154.600 Dollar.
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