Das Land Nordrhein-Westfalen hat - mit Rückendeckung vom Bund - vor mehreren Monaten für rund drei Mio. Euro eine CD mit etwa 3000 Datensätzen erworben, die genaue Informationen über Schwarzkonten in Luxemburg enthalten, die eindeutig deutschen HSBC-Kunden zuzuordnen sind. Die Daten wurden monatelang unter größter Geheimhaltung ausgewertet. Die Razzia ist für November geplant.
Die drei Mio. Euro Einsatz wird der Staat locker wieder einspielen. Die Beträge, die die ertappten Trickser als Nachzahlungen und Strafen berappen müssen, dürften im dreistelligen Millionenbereich liegen.
Der Datensatz sei außerordentlich groß, das Material erstklassig, heißt es aus Behördenkreisen. Dadurch, dass die Ermittlungen längst im Gang seien, hätten die Steuersünder keine Chance mehr, einer Strafe durch eine Selbstanzeige zu entgehen.
Das Bundes- und das Düsseldorfer Finanzministerium bestätigten die FTD-Informationen. In Berlin hieß es, NRW habe im Zusammenspiel mit dem Bund eine Steuerdaten-CD "mit Bezug zu Luxemburg" erworben. Die HSBC in Deutschland und in Luxemburg waren trotz hartnäckiger Nachfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die zwei Ableger der britischen HSBC firmieren in Deutschland unter dem Namen HSBC Trinkaus. An der deutschen Tochter hält die Landesbank Baden-Württemberg 18,7 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende der deutschen HSBC, Andreas Schmitz, ist Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, des Lobbyverbands der privaten Geldhäuser.
Die Staatsanwaltschaft Bochum, die nach FTD-Informationen die Ermittlungen gegen das Geldinstitut leitet, gab keinen Kommentar ab.