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18.08.2011, 15:42
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Vertreter in Berlin:
Deutsche Bank engagiert Spitzendiplomaten als Lobbyisten
Der Finanzbranche droht deutlich mehr Regulierung. Banken versuchen, ihren Einfluss in der Politik auszubauen. Der deutsche Branchenprimus hat ein politisches Schwergewicht angeheuert.
von Frank Bremser
Die
Deutsche Bank holt sich für ihre Beziehungen zur Politik den Spitzendiplomaten Thomas Matussek ins Haus. Der 63-Jährige übernimmt zum 1. November die neu geschaffene Position des Head of Public Affairs. Der studierte Jurist soll künftig die Beziehungen zu Regierungen, Parlamentariern, Nichtregierungsorganisationen und anderen Institutionen pflegen.
Der Vater dreier Kinder war 36 Jahre lang für das deutsche Außenministerium tätig, unter anderem als Vertreter an so prestigeträchtigen Orten wie London, Neu Delhi oder bei den Vereinten Nationen. In Kürze endet seine reguläre Zeit im Diplomatischen Dienst. Matussek ist der ältere Bruder des Spiegel-Journalisten Matthias Matussek.
Wie gut kennen Sie die Deutsche Bank?
Dass die Deutsche Bank das größte deutsche Finanzinstitut ist, ist allgemein bekannt. Aber wissen Sie auch aus welcher berühmten Industriellenfamilie der erste Vorstand der Bank kam? Oder was das von der Deutschen Bank geprägte Unwort des Jahres 1994 war?
In welcher Stadt wurde die Deutsche Bank gegründet
Die deutsche Finanzbranche steht derzeit unter Beschuss, das Image der Banker ist in der Öffentlichkeit denkbar schlecht. Speziell die Deutsche Bank ist dabei als größtes Institut hierzulande Zielscheibe des Unmuts. Ihr Chef
Josef Ackermann ist in der Öffentlichkeit umstritten. Lange Zeit galt das Verhältnis von Ackermann zur Politik als gut. In der jüngsten Vergangenheit hat es deutlich gelitten, etwa wegen der Affäre um eine Geburtstagsfeier für den Bankchef im Kanzleramt und öffentlich gewordener Kritik des Schweizers am Bankenrettungsfonds.
Angesichts der derzeitigen Situation an den Finanzmärkten und den Auswirkungen der Krise steht der Bankensektor zudem vor einer umfangreichen Neuordnung mit schärferen Überwachungsregeln. Auch um das Wohlwollen der Öffentlichkeit nicht zu verlieren, dürfte die deutsche Politik die hiesigen Banken nicht verschonen. Wie schnell man seine Freunde in Berlin verlieren kann, hat kürzlich schon die Energiebranche erfahren. Jahrelang wurde sie geschützt und gehätschelt, nun sieht sie sich mit dem Atomausstieg und Forderung nach mehr Wettbewerb konfrontiert.
Unternehmen bedienen sich gerneDen Finanzinstituten drohen letztlich ähnlich harte Schritte. Eine Bankenabgabe wurde bereits gegen den Widerstand der Finanzinstitute beschlossen, zuletzt hatte es etwa immer wieder Gerüchte um ein Verbot des Eigenhandels gegeben. Die von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatspräsidenten
Nicolas Sarkozy geforderte Finanztransaktionssteuer wäre ein weiterer Schritt, der den Geldhäusern das Leben schwer machen würde.
Besonders hart getroffen von neuen Regeln wäre die Deutsche Bank. Anscheinend will das Haus nun, um einer zu starken Regulierung zu entgehen, seine Lobbybemühungen in der Politik verstärken. Schon vor Matussek hatte das Frankfurter Institut sich mehrere politikerfahrene Kräfte ins Haus geholt, etwa den ehemaligen Finanzstaatssekretär und geschäftsführenden Direktor der Weltbank Caio Koch-Weser, den Ex-Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Malcolm Knight, die Federal-Reserve-Legende Alan Greenspan oder den ehemaligen Leiter der deutschen Finanzaufsicht BaFin Helmut Bauer.
Teil 2: Viele Wechsel in die Wirtschaft
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FTD.de, 18.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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