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06.11.2010, 15:12
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Vorwürfe und fragwürdige Investments:
Eine Bank mit Risiken und Nebenwirkungen
Nach herben Verlusten in der Finanzkrise ist das Geldhaus der Apotheker und Ärzte nun auch noch in eine Bestechungsaffäre verwickelt. Vom Abstieg eines Instituts, das eigentlich nichts falsch machen konnte.
von Heinz-Roger Dohms und Rolf Lebert, Frankfurt
Dies ist eine Geschichte über Risiken und Nebenwirkungen. Sie handelt von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, die eigentlich ein gesundes Geschäftsmodell hat - und die dennoch von einer Malaise in die nächste taumelt.
Erst verzockte sich die Apobank mit Subprime, Lehman und Island. Und nun, da die verlustreichen Ausflüge in den Kasinokapitalismus endlich verdaut schienen, werden plötzlich zwei von drei Vorständen fristlos entlassen - Apobanker sollen von einem Immobilienunternehmen Bestechungsgeld dafür kassiert haben, dass sie ihren Kunden eben dessen Immobilien verkaufen.
Die Hauptverwaltung der Deutschen Apotheker und Ärztebank in Düsseldorf
Wie konnte es so weit kommen? Warum verfällt eine feine Nischenbank binnen wenigen Jahren zum Schmuddelinstitut? Und wer sind die Verantwortlichen?
Wer die Apobank verstehen will, sollte eine ihrer Filialen besuchen, zum Beispiel die in der Mainzer Landstraße im Frankfurter Gutleutviertel. Die Apobank ist eigentlich eine Genossenschaftsbank, aber ihre Filialen verraten sofort, dass das Institut wenig zu tun hat mit den bisweilen piefigen Volks- und Raiffeisenbanken, zu deren Verbundsystem die Apobank gehört.
Kunden, die hier einen Kredit wollen, werden aus der Schalterhalle per Aufzug in den ersten Stock geleitet, wo eine Lounge mit Ledersesseln und Flachbildfernseher, eine Bar mit diversen Cappuccinomaschinen und großzügig bemessene Beratungsräume auf sie warten.
Marktanteile der Apobank bei ausgewählten Kundengruppen in %, Stand Aug. 10
Wer die Apobank etwas näher kennenlernt, dem wird rasch klar, warum der frühere Vorstandschef Günter Preuß gern sagte: "Unserem Wesen nach sind wir eine Privatbank."
Die Klientel fühlt sich offenkundig wohl in so einem Ambiente. 60 Prozent aller selbstständigen deutschen Heilberufler sind Kunden der Apobank, und wenn ein junger Arzt eine Praxis oder ein Apotheker eine Apotheke eröffnen will, dann kommt der Kredit in der Hälfte aller Fälle von der 1902 als Kredit-Verein Deutscher Apotheker gegründeten Bank.
Dank ihrer Spezialisierung kennen die Apobanker den Gesundheitsmarkt nahezu perfekt. Sie verfügen über Datenbanken, aus denen hervorgeht, in welcher Stadt, in welchem Stadtteil, ja selbst in welcher Straße die Neueröffnung Erfolg verspricht. Für ihre Kunden ist die Apobank damit nicht nur ein potenter Kreditgeber, sondern ein hilfreicher Existenzgründungsberater. Die Folge: Die Ausfallquote bei den Darlehen tendiert gegen null.
Im Grunde verfügt die Apobank über ein grandioses Geschäftsmodell.
Teil 2: Quittung für die Düsseldorfer
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FTD.de, 06.11.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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