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Merken   Drucken   19.09.2012, 23:17 Schriftgröße: AAA

Notlandungen: Ryanair geht im Streit mit Spanien auf Schmusekurs

Der Chef des irischen Billigflugfliegers Ryanair unterbreitet den spanischen Behörden ein Friedensangebot. Nach einem wochenlangen Disput um drei Notlandungen lässt O'Leary erstmals Sicherheitsprüfungen am Konzernsitz in Dublin zu.
© Bild: 2012 dpa-Bildfunk/Emilio Naranjo
Exklusiv Der Chef des irischen Billigflugfliegers Ryanair unterbreitet den spanischen Behörden ein Friedensangebot. Nach einem wochenlangen Disput um drei Notlandungen lässt O'Leary erstmals Sicherheitsprüfungen am Konzernsitz in Dublin zu.
von Birgit Jennen, Madrid

Mit Rückendeckung der irischen Flugaufsicht (IAA) versucht Michael O'Leary, den eskalierenden Streit mit Spanien zu entschärfen. Erstmals will der Ryanair-Chef vor Ort in Dublin eine umfassende Prüfung der Sicherheitspraxis durch die spanischen Behörden zulassen. "Es ist durchaus verständlich, dass Spanien drei Notlandungen in Valencia untersuchen will", erklärt O'Leary im FTD-Gespräch, nachdem er wenige Tage zuvor die spanischen Behörden noch bezichtigt hatte, eine Hetzkampagne zu betreiben. O'Leary erwarte, dass ein für Donnerstag angekündigter Prüfbericht der irischen Flugaufsicht IAA belegen werde, "dass Ryanair  keine Regeln verletzt hat".

Nach einem wochenlangen Schlagabtausch geht der Ryanair-Chef erstmals auf die Sicherheitskritik der Spanier ein, die das Potenzial hat, das Vertrauen der Passagiere in die Billigfluglinie empfindlich zu beschädigen. Spanien ist mit 17 Flugzielen der wichtigste europäische Markt für Ryanair. Die irische Airline ist aufgrund des hohen Passagieraufkommens Spaniens bedeutendste Fluglinie. Der Billigflieger transportierte dort mit 30 Millionen Passagieren 2011 doppelt so viele Fluggäste wie die heimische Fluglinie Iberia.

Die Sicherheitsbedenken der Spanier weist Ryanair weiterhin zurück. "Wir werden unsere Sicherheits- und Treibstoffpolitik nicht ändern", meint O'Leary. Die Kritik, Ryanair spare auf Kosten der Sicherheit beim Sprit, sei völlig "unbegründet". Der Verdacht war aufgekommen, nachdem am 26. Juli gleich drei Ryanair-Maschinen in Valencia wegen Treibstoffmangels den Notruf Mayday ausgegeben und Spaniens Fluglotsen damit in die Bredouille gebracht hatten. Die Flugsicherheitsbehörde leitete daraufhin eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob Ryanair die Notlandungen durch mangelhafte Spritversorgung selbst provoziert hatte.

In einem Brief an Spaniens Verkehrsministerin Ana Pastor räumt der Ryanair-Chef den spanischen Behörden nun die Möglichkeit ein, vor Ort in Dublin die Sicherheits- und Treibstoffpolitik selbst genauer zu prüfen. Denn die Spanier haben Ryanair weiterhin im Visier.

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