Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vor einem Bumerang-Effekt der Abwrackprämie über Jahre hinweg gewarnt. Da das Durchschnittsalter der Autos durch die Verschrottung vieler Altfahrzeuge sinke, werde die Nachfrage nach Neuwagen auch mittelfristig sinken, schrieb die EZB in ihrem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht.
Die Währungshüter verweisen zudem auf die kurzfristigen Folgen des durch die Prämie verursachten Effekts. In Umfragen für Deutschland gibt rund jeder Zweite an, sich wegen der Abwrackprämie bereits dieses Jahr zum Autokauf entschlossen zu haben: "In Anbetracht dessen ist für Anfang 2010 mit einer deutlichen Abschwächung der Pkw-Nachfrage zu rechnen."
Die EZB sieht die Subventionierung des mit Überkapazitäten kämpfenden Automobilsektors auch aus grundsätzlichen Erwägungen skeptisch. Die Abwrackprämie sei geeignet, notwendige Strukturanpassungen zu verhindern und könne international zu Wettbewerbsverzerrung führen. Darüber hinaus befürchten die Währungshüter eine Vergeudung von Ressourcen: "Eine durch finanzielle Anreize für private Haushalte geförderte vorzeitige Verschrottung von Fahrzeugen, die noch in fahrtüchtigem Zustand sind, verringert das volkswirtschaftliche Vermögen eines Landes."