Betroffen vom Verkaufsverbot für Immobilien sind insgesamt fünf Anteilseigner, darunter neben Farnood und Frozi auch ein Bruder von Vizepräsident Mohammed Fahim und ein Verwandter Farnuds, der den Posten eines stellvertretenden Vorstandschefs innehat. Ausgenommen von dem Verkaufsverbot ist der Halbbruder von Präsident Karsai, Mahmud Karsai, der mit sieben Prozent drittgrößter Teilhaber an der Bank ist. "Ich besitze kein einziges Haus und keinen Grundbesitz in meinem Namen in Afghanistan", sagte Karsai in einer Stellungnahme. Darum treffe ihn das Verkaufsverbot nicht. Er lebt in einer 5,5 Mio. Dollar teuren Villa in Dubai, die mit einem Kredit der Kabul Bank finanziert worden ist. Auch seinen Geschäftsanteil an der Kabul Bank hat Mahmud Karsai mit 6 Mio. Dollar bezahlt, die er sich zuvor von der Bank geliehen hatte.
Insgesamt sollen nach Aussage Farnuds mehr als die Hälfte der Geschäftsanteile durch Kredite der Bank finanziert worden sein, die noch nicht zurückgezahlt sind. Eine Verstaatlichung dieser Anteile lehnte Mahmud Karsai ab. Er forderte Hilfe des Staats. Präsident Hamid Karsai hat bei einer Kabinettssitzung bereits die Unterstützung der Regierung zugesichert und die Zentralbank angewiesen, die Bank im Krisenfall finanziell zu stützen. Zentralbankchef Abdul Kadir Fitrat sagte am Montag, dies sei in der jetzigen Situation noch nicht nötig.