Am Freitag werden die berüchtigten Stresstests für die europäischen Banken veröffentlicht, und ein guter Teil der Institute bangt und zittert - nicht aber Santander. Sie wird mit an der Spitze liegen, und man weiß nicht, was überraschender ist: die Konstanz des Erfolgs oder die Tatsache, dass sie ausgerechnet in jenem Land waltet, das in Europa derzeit mit am tiefsten im Schlamassel steckt. Santander hat Spanien nicht in den Abgrund gezogen wie andere Großbanken ihre Heimatländer - im Gegenteil. Dank ihrer Stabilität hat der Druck der Finanzmärkte auf Spanien zuletzt nachgelassen. Was Premier José Luis Zapatero, der derzeit auch EU-Ratspräsident ist, so ermutigt hat, dass er auf die Veröffentlichung der Stresstest dringt.
Wie hat die Banco Santander das geschafft? Der Erfolg erklärt sich im Wesentlichen aus einem Namen und zwei Schlagworten. Der Name: Emilio Botín-Sanz de Sautuola y García de los Rios. Die Schlagworte: Internationalisierung und Risikoscheu. Santander, 1857 gegründet, trotzt der Wirtschaftskrise in Spanien - dank seiner breiten geografischen Aufstellung und seinem strengen Risikomanagement.
Es war Botín, ein 76-jähriger Patriarch, der in dritter Generation den mächtigen Verwaltungsrat leitet, der die große Konquista geplant und durchgeführt hat.