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Merken   Drucken   27.02.2011, 11:00 Schriftgröße: AAA

Bankenrettung: Verflogene Steuermilliarden

Der Bund sucht den Ausstieg aus geretteten Banken. Manche verdienen aber kaum Geld. von Uta Harnischfeger, Frankfurt
Wie sollen in der Finanzkrise vom Staat aufgefangene Banken wieder auf eigene Füße gestellt werden? Diese Frage stellen sich viele europäische Regierungen. Auch der Bund sucht nach Antworten - hat aber das Problem, dass einige Institute, die er mit Milliarden stützt, kaum zukunftsträchtige Geschäftsmodelle haben: so die Hypo Real Estate  (HRE) und die Commerzbank -Tochter Eurohypo . Beide sind in der gewerblichen Immobilienfinanzierung sowie der Staatsfinanzierung aktiv.
Was ärgerlich ist für den Steuerzahler formulieren die Experten, die für die Bundesregierung Wege zum Ausstieg aus den geretteten Banken finden sollen, ganz nüchtern: Die gewerbliche Immobilienfinanzierung und Staatsfinanzierung seien "überbesetzte Märkte mit hohem Wettbewerbsdruck und anhaltender Margenschwäche", heißt es in ihrem Gutachten, das jüngst dem Kabinett vorgelegt wurde. Für die HRE schlagen die Experten eine Abwicklung vor. Auch für den Verkauf der Eurohypo, der auf Drängen der EU-Kommission bis 2014 erfolgen soll, ist die Einschätzung kein gutes Omen.
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"Ich kann keine Bank nennen, die das gewerbliche Immobiliengeschäft langfristig wirklich profitabel betreibt. Es ist ein Geschäftsmodell, das nicht läuft", sagt Dieter Hein, Bankanalyst bei Fair Research. Das Geschäft mit Immobilien ist extrem schwankungsanfällig, und auf dem Markt konkurrieren eine Vielzahl von Akteuren. Die Margen sind daher so niedrig, dass jene, die sich nicht über günstige Kundeneinlagen refinanzieren, früher oder später ihre Risikokosten nicht decken.
Das wurde etwa der HRE-Tochter Depfa  zum Verhängnis, die vor der Krise langfristig Geld verlieh und sich kurzfristig an den Märkten refinanzierte, bis das in den Marktturbulenzen plötzlich nicht mehr möglich war. Andere Refinanzierungswege stehen auch jetzt kaum offen - selbst wenn sich Deutsche Bank  und Commerzbank bald wieder mit Immobilienverbriefungen an den Markt wagen wollen.
Gerade in Deutschland haben es reine Immobilienfinanzierer ohne Kundeneinlagen schwer, gegen Banken anzukommen: "Hier konkurriert die private Hypothekenbank mit der Sparkasse um die Ecke. Da bekommt ein Anleger 0,8 Prozent für sein Geld und die Bank verleiht es für 3,5 oder vier Prozent an einen Bauherrn. Das ist eine auskömmliche Marge, wenn ich die Risiken im Griff habe", so Hein.

Teil 2: Die Zeit heilt keine Wunden

  • FTD.de, 27.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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