Die Frankfurter Bankenskyline
Hintergrund sind die unter dem Namen "Basel III" bekannten schärferen Kapitalregeln für die Branche, die ab 2013 schrittweise eingeführt werden. Notenbanker und Aufseher aus 27 Ländern hatten die schärferen Anforderungen kürzlich beschlossen. Sie müssen beim G20-Gipfel in Seoul im November noch von den Staats- und Regierungschefs der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen bestätigt werden. Die Geldhäuser werden verpflichtet, mehr und hochwertigeres Kapital vorzuhalten, das Verluste absorbiert. Damit soll verhindert werden, dass bei künftigen Finanzkrisen erneut der Steuerzahler den Banken beispringen muss.
Als erste sammelt die
Deutsche Bank frisches Geld: 10 Mrd. Euro nimmt sie über eine Kapitalerhöhung auf, um sich und die künftige Tochter
Postbank für die neuen Regeln zu rüsten.
Ein solcher Gang zu den Investoren ist neben der Einbehaltung von Gewinnen und der Streichung von Dividenden eines der wichtigsten Instrumente, um die Eigenkapitaldecke zu stärken. Kleinere oder privat geführte Banken könnten sich schwerer damit tun als große, sich am Kapitalmarkt neues Geld zu besorgen.
Während vor allem die deutschen Landesbanken als kapitalschwach gelten, geben sich die großen internationalen Geldhäuser mit Blick auf die neuen Vorschriften gelassen. BNP Paribas könne die neue Mindestquote an hartem Kernkapital von sieben Prozent erfüllen, "ohne neues Kapital aufbringen zu müssen", sagte der Vorstandsvorsitzende der französischen Bank, Baudouin Prot, auf einer Konferenz in London. Ähnlich äußerten sich Société Générale-Chef Frédéric Oudea und der künftige Barclays-Boss Bob Diamond.