Die Deutsche Bank wird ihre Privatbanktochter BHF offenbar doch noch los. Finanzkreisen zufolge könnte der Kaufvertrag mit der Finanzholding RHJ International bereits in Kürze unterschrieben werden.
Der von Ex-Dresdner-Vorstand Leonhard Fischer geführte Investor und dessen Partner zahlen rund 400 Mio. Euro und damit etwas weniger als den Buchwert der BHF, die dem Marktführer im Zuge der Übernahme der Luxemburger Privatbank Sal. Oppenheim zugefallen war. Bekannt ist, dass Fischer die Vermögensverwalter Blackrock aus den USA und Fosun aus China an Bord hat. Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, dass auch BMW -Großaktionär Stefan Quandt mit seiner Beteiligungsgesellschaft Aqton dabei ist.
Das größte Hindernis bleibt allerdings die Finanzaufsicht BaFin. Sie hatte mehrfach signalisiert, dem Deal nicht zuzustimmen. Der Grund: Sie traut der Gesellschaft nicht zu, die Refinanzierung der BHF-Bank dauerhaft zu sichern. Jetzt wagt RHJ einen neuen Versuch und will die Übernahme bei der BaFin beantragen - Ausgang offen.
Anfang 2011 hatte sich die Deutsche Bank bereits mit der Liechtensteiner Fürstenbank LGT auf einen Verkauf der BHF geeinigt - auch diesen Deal ließ die BaFin im letzten Moment platzen wegen Zweifeln an der Kooperationsbereitschaft der LGT in Steuerfragen.
Die neue Führungsspitze der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, hat die BHF inzwischen in die neue konzerneigene Bad Bank "Non-Core Operations" eingegliedert, in der Vermögenswerte im Nominalwert von 135 Mrd. Euro schlummern, die bis 2017 verkauft werden sollen. Die BHF hatte von vornherein keine Rolle im Konzern gespielt. Ihre Beschäftigtenzahl soll in den nächsten Monaten auf 1100 sinken. Im ersten Halbjahr verdiente die Bank 30 Mio. Euro und kam damit auf eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent.