Leitartikel
Auch die Europäische Bankenaufsicht fordert frisches Kapital für europäische Geldinstitute - sie sollen das Geld direkt vom Euro-Rettungsschirm erhalten. Das wird zwar nicht auf Begeisterung stoßen. Notwendig ist der Schritt trotzdem.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Das gilt umso mehr, wenn Feuerwehr und Brandschützer vorsorglich zum Löschen raten: Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) fordert jetzt auch die Europäische Bankenaufsicht (EBA) eine schnelle Rekapitalisierung der europäischen Geldinstitute. Einige sind wegen der Schuldenkrise und daraus resultierender Abschreibungen in bilanzieller Schieflage. Die Eigenkapitalquoten sind - trotz verstärkter Anstrengungen der Banken in den vergangenen Monaten - immer noch zu niedrig.
Die Ergebnisse des jüngsten Stresstests sind offenkundig etwas zu schmeichelhaft ausgefallen. Und die bisherigen Rekapitalisierungspläne nicht (mehr) ausreichend. Das sieht jetzt auch EBA-Chef Andrea Enria so und fordert in einem Brandbrief an den Ecofin-Rat, dass sich der Euro-Rettungsschirm EFSF direkt bei notleidenden Banken engagieren soll. Ohne den zeitaufwendigen Umweg über die Mitgliedsstaaten, die bisher im Zweifel selbst ihre Krisenbanken stützen mussten. Die direkte Beteiligung wäre dagegen eine schnelle und sehr viel effektivere Form der Brandbekämpfung. Und es wäre transparenter, als das Geld indirekt in den Finanzsektor zu verschieben.
In zweifacher Hinsicht ist der EBA-Vorschlag aber höchst brisant: Politisch, weil wieder mit Steuerzahlergeld Banken gerettet werden sollen, da sie so furchtbar systemrelevant sind. Ökonomisch, weil mit solchen Konstruktionen dem Moral Hazard Vorschub geleistet wird: Wenn es zu heiß wird für die Banken, wird's halt die EFSF richten.
Nachdem schon der Vorstoß von IWF-Chefin Christine Lagarde vom Wochenende überwiegend auf Ablehnung stieß, wird auch der Vorschlag der EBA nicht viel Freude auslösen. Muss er auch nicht. Brandschutzmaßnahmen sind nicht lustig. Aber in diesen Zeiten sehr notwendig. Denn an einigen Ecken glimmt es eben schon.
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