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Merken   Drucken   09.11.2011, 08:49 Schriftgröße: AAA

Euro-Rettung: Banken verschärfen Krise durch Anleiheverkäufe

Die Geldhäuser bereinigen ihre Bestände. Dabei nehmen sie sogar Verluste in Kauf, um vom Markt nicht mehr bestraft zu werden. Das belastet die ohnehin gebeutelten Bonds noch mehr. Mitverantwortlich ist auch die Politik. von Aaron Kirchfeld und Fabio Benedetti-Valentini, Frankfurt
Die Flucht großer Banken aus den Anleihen der Euroraum-Randstaaten droht die Schuldenkrise noch zu verschärfen. BNP Paribas, Commerzbank und andere europäische Geldhäuser stoßen seit einiger Zeit Staatsanleihen aus den EU-Krisenstaaten mit Verlust ab, um ihre Risiken zu minimieren.
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BNP Paribas , die größte französische Bank, verbuchte in den vergangenen vier Monaten durch die Reduzierung ihrer Bestände an europäischen Bonds einen Verlust von 812 Mio. Euro. Die Commerzbank  nahm Verluste hin, als sie in diesem Jahr ihre Positionen an griechischen, irischen, italienischen, portugiesischen und spanischen Anleihen um 22 Prozent auf 13 Mrd. Euro verringerte.
Die Kreditinstitute trennen sich von den Papieren südeuropäischer Länder, da die Anleger Banken mit größeren Positionen abstrafen und die Aufsichtsbehörden höhere Reserven zur Abpufferung von möglichen Verlusten fordern. Damit erschweren sie die Bemühungen um die Euro-Rettung.
Die europäische Bankenaufsicht EBA verlangt, dass die Institute ihr Eigenkapital um 106 Mrd. Euro aufstocken, nachdem sie ihre Staatsanleihen auf den Marktwert abgeschrieben haben. Der Trend könnte den Anstrengungen der EU-Regierungschefs entgegenlaufen, die Fremdkapitalkosten für Länder wie Griechenland und Italien zu drücken - und zu größeren Abschreibungen und Kapitallücken führen.
"Die europäischen Aufsichtsbehörden und Regierungschefs schießen sich selbst ins Knie, weil eine große Investorengruppe für Staatsanleihen aus dem Markt genommen wird", sagt Otto Dichtl, Kreditanalyst bei Knight Capital. "Die Abwärtsspirale wird weitergehen, bis die Politik eine Lösung zur Stützung der Staaten findet."
Europäische Banken außerhalb Griechenlands haben die Kreditvergabe an den öffentlichen Sektor des Landes zum 30. Juni auf 37 Mrd. Dollar reduziert, verglichen mit 52 Mrd. Dollar Ende 2010. Das geht aus den jüngsten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. Die Darlehen europäischer Geldhäuser an den öffentlichen Sektor in Irland, Portugal und Spanien sind der BIZ zufolge ebenfalls zurückgegangen.

Teil 2: "Eine Reihe von ernsten Problemen"

  • Bloomberg, 09.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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