Baden-Württemberg hat ein Immobilienprojekt der LBBW in Moskau verteidigt, bei dem es vor drei Jahren zu Unregelmäßigkeiten gekommen war. "Wir stellen das German Centre in Moskau nicht infrage. Die Centres sind ein Erfolgsmodell", sagte ein Sprecher von Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) der FTD. In die Centres - weltweit gibt es sieben - können sich deutsche Firmen einmieten, die einen Markt erobern wollen, aber zu klein sind, um eigene Niederlassungen zu eröffnen. Eröffnet wurden die Häuser fast alle von der Landesbank Baden-Württemberg, aber auch der BayernLB. Das erste Zentrum entstand 1995 in Singapur.
Im Fall des Moskauer Centres kam es jedoch offenbar wegen zu hoher Mietkalkulationen zu 30 Mio. Euro Verlust. Laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" floss zudem ein Teil des Kaufpreises von 100 Mio. Euro auf ein Konto in eine karibische Steueroase - wer der Empfänger war, und ob sich dahinter Korruption verbirgt, ist unklar. LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter ließ das Projekt jedenfalls im Sommer 2009 überprüfen. Eröffnet wurde es erst im Herbst 2011, obwohl es bereits zwei Jahre zuvor unter Vetters Vorgänger Siegfried Jaschinski und Ex-Ministerpräsidenten Günther Oettinger eingeweiht worden war.