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Merken   Drucken   15.06.2011, 08:57 Schriftgröße: AAA

Griechische Staatsanleihen: Deutsche Banken laden Hellas-Bonds am Markt ab

Neue Zahlen der Bundesbank werfen ein Schlaglicht auf die Diskussion um eine "freiwillige" Beteiligung von Geldinstituten an der Griechen-Rettung. Und sie widerlegen Argumente der Bankenlobby. von André Kühnlenz und Karsten Röbisch  Frankfurt
Deutsche Banken haben sich auch im März von griechischen Staatsanleihen getrennt. Die Bestände seien von 10,3 Mrd. Euro im Februar auf 9,9 Mrd. Euro gesunken, teilte die Bundesbank am Dienstag mit. Dies waren 4,5 Mrd. Euro weniger als ein Jahr zuvor. Mindestens die Hälfte davon geht auf Verkäufe zurück. Das zeigen Zahlen der EU-Kommission.
Die Daten entkräften das zuletzt von Banklobbyisten geäußerte Argument, wonach die Institute vor allem deswegen weniger Anleihen halten, weil Athen zwar Milliarden an seine Gläubiger auszahlte, im Gegenzug aber keine neuen Anleihen mehr begibt. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), hatte am Samstag im Deutschlandfunk gesagt, die Institute hätten sich an die Verabredung vom Mai 2010 gehalten, Kreditlinien und Anleihen gegenüber Griechenland aufrechtzuerhalten.
Allerdings sank das Anleihevolumen der Banken von Juni 2010 bis Februar 2011 besonders stark um 2,3 Mrd. Euro - in einer Zeit, in der es kaum Rückzahlungen aus Athen gab. Zahlen der EU-Kommission und des Datendienstleisters Bloomberg zufolge waren es nur 1,2 Mrd. Euro. Davon dürfte nur eine zweistellige Millionensumme bei deutschen Instituten gelandet sein - im Frühjahr 2010 hielten deutsche Banken gut fünf Prozent der griechischen Anleihen. Somit geht der Rückgang um 4,5 Mrd. Euro mindestens zur Hälfte auf Verkäufe der Banken zurück.
Ein BdB-Sprecher verwies am Dienstag auf Aussagen von Mitgliedsinstituten wie der Deutschen Bank  und der Commerzbank . Der Verband vertritt jedoch nur Privatbanken und nicht Landes- und Genossenschaftsbanken.
Die Bankenforderungen sind nur auf den zweiten Blick zu erkennen. Die Bundesbank weist für Ende März zwar 18,3 Mrd. Euro aus. Darin stecken aber auch Hilfskredite Deutschlands an Athen, die laut KfW Ende März bei 8,4 Mrd. Euro lagen. Dagegen tauchen im Vergleich zu März 2010 knapp 2,5 Mrd. Euro nicht mehr auf, die in die Bad Banks ausgelagert wurden, davon 500 Mio. Euro in die Abwicklungsanstalt der WestLB.
  • FTD.de, 15.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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