Bankchef Frédéric Oudéa setzte sich entschieden zur Wehr
Wie die britische Zeitung überhaupt dazu kam, die geschäftschädigenden Informationen zu verbreiten, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Französische Medien glaubten es aber zu wissen: Mehrere Zeitungen berichteten in der vergangenen Woche, die "Mail on Sunday" sei einem Missverständnis aufgesessen. Sie habe eine fiktive Geschichte der Zeitung "Le Monde" für bare Münze genommen.
Serie über den Untergang des Euro
Diese Hypothese wiederum entpuppte sich - als Gerücht. "Le Monde" stellte nach einigen Recherchen klar, ihre eindeutig als Fiktion ausgeflaggte und im Jahr 2012 angesiedelte Serie "Der Untergang des Euro" habe den Stein nicht ins Rollen gebracht. Eine Rückfrage bei der "Mail on Sunday" habe ergeben, dass die britische Zeitung die Serie gar nicht gekannt habe, schreibt "Le Monde". Das Blatt reagierte damit auf Kritik, mit der Veröffentlichung seiner Satire unverantwortlich gehandelt zu haben. Zahlreiche Konkurrenten hatten Bankkreise mit dem Vorwurf zitiert, "Le Monde" habe "unnötig Öl ins Feuer gegossen".
Warum aber waren so viele Journalisten von der These überzeugt, die "Mail on Sunday" verstehe den feinen französischen Humor nicht? "Le Monde"-Redakteur Clément Lacombe glaubt darauf eine Antwort gefunden zu haben. Die Spekulationen über eine Verbindung zwischen dem geschäftsschädigenden Artikel der Briten und der Satire seien auf dem Kurznachrichtenportal Twitter in Umlauf gebracht worden, schreibt Lacombe. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von einer in Paris tätigen Journalistin der Nachrichtenagentur Reuters - die eine der ersten Adressen der Wirtschaftsberichterstattung ist.