Bisher spielen für die Refinanzierung von Banken neben Kundeneinlagen besicherte und unbesicherte Anleihen eine zentrale Rolle. Bei besicherten Bankschuldverschreibungen, zu denen der deutsche Pfandbrief zählt, erhält der Investor Garantien wie den Zugriff auf Hypothekendarlehen. Bei unbesicherten Anleihen haben Anleger im Konkursfall nur Zugriff auf die allgemeine Insolvenzmasse.
Die Folge: Da viele Investoren den Banken vor dem Hintergrund der Euro-Krise nicht mehr trauen, können etliche Institute kaum noch unbesicherte Anleihen begeben - und das angesichts eines Refinanzierungsbedarfs der Banken der Euro-Zone von 300 Mrd. Euro im kommenden Jahr. "Die Banken haben ein großes Refinanzierungsproblem", sagt Wirtschaftsanwalt Dietmar Helms von der Frankfurter Kanzlei Baker & McKenzie. "Sie fragen sich deshalb, wie sie Investoren mehr Appetit darauf machen können, ihnen Geld zu leihen."
Ein Ausweg aus dem Finanzierungsengpass könnte die Ausgabe von Anleihen sein, die mit Forderungen der Bank gegen Dritte hinterlegt sind. "Dafür kommen alle Arten von Forderungen infrage, die die Bank auf ihrer Bilanz hat", sagt Johannes Rothmund, ebenfalls Anwalt bei Baker & McKenzie. Denkbar sind nach Einschätzung von Experten vor allem solche Forderungen, die anders als Immobilienkredite oder Staatsanleihen nicht in einen Pfandbrief gepackt werden dürfen. Dazu zählen Kredite an Unternehmen und Verbraucher sowie Handelsforderungen und auch nicht pfandbrieffähige Teile von Immobilienfinanzierungen. Bei einem Structured-Covered Bond werden die Forderungen zu einem Paket gebündelt und dienen als Sicherheit, falls die Emissionsbank ins Schleudern gerät. "Dahinter steckt die Überlegung, die Idee der besicherten Anleihe auf andere Forderungen auszuweiten", erläutert ein Pfandbriefexperte. "Dabei würde ein Pool von Forderungen die unbesicherte Anleihe ergänzen."