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  FTD-Serie: XTB Trading Cup 2011

Wertpapiergeschäfte sind wieder in Mode, die Anleger zeigen sich vom Schock der Finanzkrise gut erholt. Überraschenderweise sind viele von ihnen sogar wieder an hoch spekulativen Investments interessiert. Wir nehmen dies zum Anlass für ein Online-Spezial, das die wichtigsten Anlageprinzipien vorstellt und erläutert.

Merken   Drucken   21.04.2011, 17:19 Schriftgröße: AAA

Trading-Werkzeuge: Intelligent handeln

Privatanleger können immer ausgefeiltere Ordertypen beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren nutzen. Folgende Varianten gibt es für clevere Trader. von Antonie Klotz
Bastian Schweinsteiger ist der Mann der Börsianer. Als Werbeträger der Börse Stuttgart machte der Fußballstar intelligente Ordertypen wie Trailing-Stop, Kombinationsorders oder Stop-Limit-Aufträge populär. Erfunden haben die Schwaben diese zwar nicht, Börsen und Broker bieten sie zum Teil schon lange an. Doch seit die Stuttgarter sie im vergangenen Jahr eingeführt und mit Schweinsteiger eine große Werbekampagne gestartet haben, wächst die Anhängerschaft. "Je professioneller Kunden agieren, desto häufiger nutzen sie intelligente Ordertypen wie Trailing-Stop oder OCO", berichtet Dirk Althoff, Leiter der Unternehmenskommunikation beim Onlinebroker Cortal Consors.
Börsenhändlerin an der Börse Stuttgart   Börsenhändlerin an der Börse Stuttgart
Beliebteste Variante ist der Trailing-Stop. "Zehn Prozent unserer Kundenaufträge in Stuttgart sind Trailing-Stops", sagt André Kauselmann, Sprecher der ING-Diba. Bei dieser Ordervariante wird das Stop-Loss-Limit kontinuierlich an die Kursentwicklung angepasst. Ein Beispiel: Ein Aktienbesitzer erteilt bei einem Kurs von 100 Euro eine Trailing-Stop-Order mit einem Abstand von 5 Euro. Steigt die Aktie auf 115 Euro, klettert das Stop-Loss-Limit automatisch mit nach oben auf 110 Euro.
Kommt es zur Trendwende und die Aktie fällt unter 110 Euro, wird die Stop-Loss-Order aktiviert und zum unlimitierten Verkaufsauftrag, der zum nächsten Kurs ausgeführt wird. Der Vorteil des Trailing-Stops: Anleger partizipieren an steigenden Kursen, sichern aber den frühzeitigen Ausstieg, wenn es zu einer Korrektur kommt. "Wenn ihn alle Anleger nutzen würden, würde sich ihre Gesamtperformance deutlich verbessern", zeigt sich Althoff überzeugt. Anleger könnten Verluste auf diese Art sehr einfach begrenzen.
Entscheidungshilfe
Erfahrene Investoren managen so auch häufig den Ausstieg aus ihren Engagements. Denn sie vermeiden die schwierige psychologische Entscheidung, wann sie verkaufen. Anstatt abzuwarten und abzuwägen, ob nicht doch noch ein paar Prozent mehr drin sind oder sich der Kurs nach einem Rückschlag eventuell wieder erholt, wird die Position automatisch aufgelöst. Zwar nimmt der Anleger damit in Kauf, dass er nie zum Höchstkurs verkauft, doch das ist in der Praxis ohnehin selten der Fall. Was im Verkauf funktioniert, ist auch im Kauf möglich - mit einem Trailing-Stop-Buy.
Interessant und beliebt sind auch Stop-Limit- sowie Kombinationsorders. Letztere werden kurz auch OCO genannt. Das Kürzel steht für One-Cancels-the-Other und erklärt sich anhand des Namens von selbst: Eine Order löscht die andere. Dabei werden zwei Aufträge abgegeben, zum Beispiel ein limitierter Verkauf und gleichzeitig eine Stop-Loss-Order. Im Idealfall steigt der Kurs und der Verkauf wird ausgeführt. Ist das nicht der Fall, schützt die Stop-Loss-Order vor Kursrückschlägen nach unten.
Weiterentwicklung
Stop-Limit ist dagegen eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Stop-Loss- und Stop-Buy-Orders. Investoren ärgern sich oft über schlechte Ausführungskurse von Stop-Loss- oder Stop-Buy-Aufträgen. Nicht selten sacken die Kurse nur kurzfristig ab und erholen sich schnell wieder. Teilweise platzieren auch Marktteilnehmer streng limitierte Aufträge und lauern darauf, dass die unlimitierten Stop-Loss-Aufträge zur Ausführung kommen und sie ein Schnäppchen landen können. Denn herkömmliche Stop-Loss-Orders mutieren zu einem Auftrag ohne Kurslimit, wenn der Stopkurs touchiert wird.
Mit der modernen Variante der Stop-Limit-Order können Anleger dagegen neben dem Stop-Loss-, beziehungsweise Stop-Buy-Limit ein weiteres Kurslimit eingeben, das für die Verkaufs- beziehungsweise Kauforder gilt. Damit wird sichergestellt, dass ein bestimmtes Kursniveau nicht unter- oder überschritten wird. Bei starken Kursbewegungen läuft der Anleger aber Gefahr, dass seine limitierte Verkaufsorder nicht zum Zug kommt, weil der Kurs weitaus stärker gefallen ist.
  • FTD.de, 21.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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