Der Solarkonzern steht vor der Rettung. Ein radikaler Schulden- und Kapitalschnitt soll zu einem Neuanfang führen. Die Anleihenbesitzer werden Eigentümer. Die Aktionäre werden die Verlierer sein.
Der angeschlagene Solarkonzern Q-Cells will mit einem radikalen Schulden- und Kapitalschnitt einen Neuanfang versuchen. Darauf habe man sich mit den wichtigsten Gläubigern geeinigt, teilte Q-Cells am Mittwoch in Bitterfeld-Wolfen mit.
Wegen der weltweit massiven Überkapazitäten und des daraus folgenden Preisverfalls sind viele Solarfirmen in Bedrängnis, Verluste sind an der Tagesordnung. Nach diversen Pleiten in den USA mussten zuletzt in Deutschland der Branchenpionier Solon und der Kraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz anmelden.
Ziel der Einigung bei Q-Cells sei es, dass die Anleihenbesitzer künftig als Eigentümer einsteigen und dann 95 Prozent des Unternehmens halten. Die bisherigen Aktionäre sind die Leidtragenden der Rettungsmaßnahmen, sie würden weitgehend aus der Gesellschaft herausgedrängt.
Das an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen mit rund 2200 Mitarbeitern ist in extremer Finanznot. Die Krise in der Branche belastet das Unternehmen sehr. Es hat nach eigenen Angaben kein Eigenkapital mehr. Drei Wandelschuldverschreibungen - dies sind Anleihen mit der Möglichkeit der Umwandlung in Aktien - werden im laufenden Jahr sowie 2014 und 2015 fällig.
Den Kapitalschnitt müssen die Aktionäre, die Inhaber der sogenannten Wandelanleihen und die zuständigen Behörden noch genehmigen. In der Hoffnung auf eine Rettung der Firma sprang der Aktienkurs am Mittwochnachmittag zeitweise mehr als 20 Prozent nach oben.
Damit könne Q-Cells künftig als nahezu schuldenfreies Unternehmen im Markt agieren, hieß es. Die Anleiheninhaber seien nach einer Überprüfung des Geschäftsplans zu dem Schluss gekommen, möglichst viele Mittel im Unternehmen zu belassen. In den Jahren 2013 bis 2015 würden dann wieder positive Ergebnisse erwartet.
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