Am Wochenende verlautete aus dem Eigner-Umfeld, man habe Gebote von "deutlich über 600 Mio. Euro" erhalten. Bankern zufolge wollen Quadriga und BPE nun aber über 800 Mio. Euro erlösen. Welcher Wert angemessen ist, ist eine Glaubensfrage: Jack Wolfskin erzielt bisher den größten Teil des Umsatzes in Deutschland, wo die Regen- und Fleecejacken kaum wegzudenken sind. Experten streiten, ob sich der Erfolg auf das Ausland ausweiten lässt. Schon in den Bergsportnationen Schweiz und Österreich komme Jack Wolfskin kaum voran, monieren Kritiker.
Die Finanzinvestoren begründen die Absage damit, dass sie ihre Bewertungsmaßstäbe verändert hätten. Denn bisher weise das Unternehmen 2011 "eine Umsatz-, Absatz- und Ertragsentwicklung auf, die deutlich über den ursprünglichen Planungen liegt", schreiben sie. "Allein im Februar stieg das Vorordervolumen des Handels um rund 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr." Man wolle der Firma Raum geben, "die Nachhaltigkeit der dynamischen Entwicklung zu belegen und insbesondere die bestehenden Wachstumspotentiale auf den Auslandsmärkten intensiv zu nutzen".
BPE und Quadriga hatten das Unternehmen 2005 für 93 Mio. Euro von Bain Capital gekauft. Der Umsatz lag damals bei 80 Mio. Euro. Minderheitsgesellschafter ist der langjährige Unternehmenschef Manfred Hell, der zeitweise ebenfalls als Hemmnis für den Weiterverkauf galt.