Günther Oettinger soll als neuer EU Kommissar nach Brüssel gehen.
Es ist die Stunde der Volksvertreter. Sechs Wochen ist es her, dass Kommissionschef José Manuel Barroso sein neues Kabinett nominiert hat. Nun sind die Abgeordneten am Zug. Am Monatsende stimmen sie ab, ob sie diese Regierung ins Amt wählen oder nicht. So viel Macht haben sie in normalen Zeiten nie. Also müssen die 26 Kandidaten in Bewerbungsbögen erklären, was sie für die Posten qualifiziert, und ab Montag in stundenlangen Anhörungen dem Parlament Rede und Antwort stehen.
Doch schon mit den Fragebögen haben viele Kommissare in spe so ihre Schwierigkeiten. "Zurückblickend auf meine politische Karriere glaube ich, dass es einen eindeutigen Pfad von meiner Zeit als Universitätsstudentin bis heute gibt", schwadroniert etwa die Bulgarin Rumiana Jeleva und referiert über ihr Soziologiestudium in Bielefeld.
Die Griechin Maria Damanaki, vorgesehen fürs Fischereiressort, schreibt: "Meine politische Karriere hat mir gestattet, im griechischen Parlament Erfahrungen in Angelegenheiten von beträchtlicher Bedeutung zu erwerben." Und die designierte EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton versichert ihren Glauben an "Kooperation auf globaler Ebene, um globale Themen anzugehen".