Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG, Martin Blessing
Der jüngste Stresstest der Europäische Bankenaufsicht (EBA) offenbart Kapitallücken bei europäischen Banken. Bei der Commerzbank beträgt das Loch 5,3 Mrd. Euro. Daher wird über mögliche weitere Staatshilfen für die Bank spekuliert. Bereits zu Beginn der Finanzkrise musste der Staat ihr mit 18 Mrd. Euro beistehen.
Nach Informationen aus Finanz- und Koalitionskreisen führt die Commerzbank schon seit Tagen intensive Gespräche in Berlin. Blessing sagte, dabei gehe es nicht um Verhandlungen über Staatshilfe: "Die Regierung hat sehr deutlich gemacht, und wir auch, dass wir in regulären Gesprächen miteinander sind. Aber wir verhandeln nicht über ein Staatshilfe-Paket", sagte er auf die Frage, ob das Institut derzeit darüber spricht.
Formelle Verhandlungen sind auch erst möglich, wenn der neue Bankenrettungsfonds seine Arbeit aufgenommen hat. Dies ist aller Voraussicht nach im Februar der Fall. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Wiederbelebung des Soffin vorsieht, mit dem die Commerzbank schon in der ersten Finanzkrise 2008/09 gerettet worden war.