Kursinformationen und Charts
Die "Schutzvereinigung DB Kompass Life Fonds", die nach eigenen Angaben von mehr als 2000 Anlegern unterstützt wird, wirft der Deutschen Bank nun vor, ungeeignete Policen erworben zu haben. Rechtsanwalt Karl-Georg von Ferber verweist auf den Jahresbericht 2006 der Fondsgesellschaft, in dem die einzelnen Policen aufgeführt sind. Demnach weisen die Versicherten von 39 Prozent der erworbenen Verträge eine so hohe Lebenserwartung auf, dass die Versicherungssummen wohl erst nach mehr als zehn Jahren fällig werden - und damit deutlich nach dem Ende der Fondslaufzeit im Jahr 2015.
Am Laufzeitende wird die Deutsche Bank das Restportfolio zu 80 Prozent der Anschaffungskosten übernehmen. Daran, so die Schutzvereinigung, wäre nichts auszusetzen, wenn die meisten Policen schon fällig gewesen wären. Genau das sei aber aller Voraussicht nach nicht der Fall. "Meiner Meinung nach hat die Deutsche Bank die Investoren von vornherein betrogen", sagte ein Anleger, der das Institut vor Gericht zerren will.
Die Deutsche Bank entgegnet, es sei falsch, aus der Lebenserwartung auf den Cashflow des Fonds zu schließen, weil einige Versicherte mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit früher sterben würden. Dies sei in der Prognoserechnung berücksichtigt worden. Diese Argumentation dagegen halten Marktkenner für gewagt. "In der Regel kalkulieren Anbieter mit der gutachterlich ermittelten Lebenserwartung und nehmen sogar Sicherheitsabschläge vor", sagte der Experte eines Initiators, der zahlreiche US-Policenfonds emittiert hat.