Damit hat sich die HVB eines der größten Klumpenrisiken der Bankgeschichte eingehandelt. Das Darlehen umfasste zunächst 1,74 Mrd. Euro, wie der Börsenprospekt für die Unicredit-Kapitalerhöhung erstmals offenlegt. Im März 2011, als die HVB eine erste Rückstellung von 425 Mio. Euro bildete, hatte Bankchef Theodor Weimer noch von einem Volumen von "mehr als 1 Mrd. Euro" gesprochen.
Derzeit steht das Engagement sogar schon bei 2,1 Mrd. Euro. Die HVB hatte sich im Sommer entschlossen, dem gleichnamigen Bremer Projektentwickler nochmals Geld zu geben, damit Bard den Park fertig bauen kann. Dafür hat die Bank im August 2011 eine bestehende Kreditlinie um 860 Mio. Euro auf 1,17 Mrd. Euro aufgestockt. Diese läuft bis Juli 2014. Der Projektierer Bard durchlebt durch die Probleme selbst eine Krise: Ende 2010 übertrug Bard-Gründer Arngolt Bekker, ein Milliardär aus Russland, seinen 87-Prozent-Anteil an eine Treuhandgesellschaft. Seit Herbst 2011 läuft für Bard ein Verkaufsprozess.
Auch für den Windpark Bard 1 gibt es Interessenten. Vor allem Stadtwerke hätten bei der HVB angeklopft, heißt es. HVB-Chef Weimer hofft jedoch, dass er den Park nach dessen Fertigstellung besser verkaufen kann. Die Kosten von 2,9 Mrd. Euro seien jedoch unmöglich wieder einzuspielen, so ein Insider. Zum Vergleich: Der US-Investor Blackstone plant für seinen etwas kleineren Offshore-Park Meerwind mit 288 Megawatt Leistung Baukosten von 1,2 Mrd. Euro ein.