Die Deutsche Bank strebt einen Beherrschungsvertrag mit der Postbank an. In wenigen Monaten soll bereits darüber entschieden werden. Was aus den Kleinaktionären wird, bleibt abzuwarten.
Die Deutsche Postbank soll nach dem Willen ihres Mehrheitsaktionärs Deutsche Bank bald den Rest ihrer Eigenständigkeit verlieren. Die beiden Institute kündigten baldige Verhandlungen über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für die Postbank an. Tritt er in Kraft, haben die Postbank-Kleinaktionäre nur noch die Wahl zwischen einer Garantiedividende oder einem Abfindungsangebot für ihre Papiere. Die Verhandlungen sollen bis zum 5. Juni abgeschlossen sein, damit die Postbank-Hauptversammlung dann über den Vertrag abstimmen kann.
Die für den Vertrag erforderliche 75-Prozent-Mehrheit an der Postbank hat der Branchenprimus Deutsche Bank dann sicher. Denn ihr fallen bis Ende Februar die restlichen 39,5 Prozent Aktien der ehemaligen Postbank-Mutter Deutsche Post zu, die sie sich über Optionsgeschäfte gesichert hat. Damit kommt die Deutsche Bank dann auf mehr als 91 Prozent der Postbank-Anteile. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob das Institut dann schon die Schwelle von 95 Prozent überschreiten werde, die nötig ist, um die Kleinaktionäre hinauszudrängen und die Postbank von der Börse zu nehmen.
Der Beherrschungsvertrag erleichtere die Integration in den Konzern, sagte ein Postbank-Sprecher. Für die Deutsche Bank, die die Postbank längst kräftig umbaut, bringt er zudem steuerliche Vorteile und eine verbesserte Eigenkapitalstruktur.
Das Abfindungsangebot für die Postbank-Minderheitsaktionäre richtet sich nach einem Durchschnittskurs der Postbank-Aktien. Einige spekulieren schon länger auf ein attraktives Kaufangebot. Am Dienstag war der Postbank-Kurs im Xetra-Handel auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 24,94 Euro gestiegen. Im Abendhandel schoss das Papier um 5,3 Prozent auf 25,68 Euro nach oben.
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