Finanzcheck

Worauf es bei Dividendenwerten ankommt

Wie sich mit Dividendentiteln ein Vermögen aufbauen lässt

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine hohe Dividendenrendite muss nicht immer gut sein
  • Im Bärenmarkt bieten sich Möglichkeiten Dividendenaktien „günstig“ einzukaufen
  • Neben den Dividenden darf man den Kurs nicht außer Acht lassen

Viele Aktionäre verfolgen teilweise oder gänzlich eine Dividendenstrategie. Eine Dividende bietet einen schönen Cashflow in Form von „Zinsgutschriften“ über den gesamten Investitionszeitraum und wirkt mit der Zeit wie ein Schneeball. Dividenden werden meist von Unternehmen bezahlt die bereits einen konstanten Cashflow erwirtschaften und diesen nicht gänzlich zur Reinvestition in das Unternehmen oder zur Schuldentilgung benötigen. Einzelwertkorrekturen als auch Marktkorrekturen bieten einen idealen Einstieg in aussichtsreiche Dividendenwerte, da sich die Dividendenrendite bei fallenden Kursen erhöht. Doch bloß auf die Dividendenrendite zu achten birgt eine massive Gefahr für das eingesetzte Kapital, da nicht alle Dividendenzahler auch auf das Wohl der Aktionäre achten.

Warum eine hohe Dividendenrendite mit Vorsicht zu genießen ist

Manche Dividendenrenditen sind einfach zu schön um wahr zu sein. 12% Dividendenrendite – wer sagt da nein? Am besten sollte man hier dreimal hinsehen. Denn hier ist die Gefahr sehr groß in eine Falle zu tappen. Zahlt ein Unternehmen im Vergleich zu den Peers eine deutliche höhere Dividende, sollte das ein Warnzeichen sein. Wird das Unternehmen effizient geführt und kommt das Unternehmen seinen Verpflichtungen wirklich nach? Wenn der Aktienkurs konstant am Fallen ist, die versprochenen Dividenden nicht gezahlt werden konnten und/oder die Bilanz ungesund aussieht, dann sollte Abstand genommen werden. Ein Unternehmen sollte auch nicht eine extrem hohe Dividendenausschüttungsquote vorweisen. Es gibt Unternehmen die mehr Dividende auszahlen, als sie an Gewinn erwirtschaften. Ein Unternehmen welches beispielweise 1 Mio. an Gewinn erzielt und 20% Auszahlungsrate aufweist, zahlt 200.000€ an Dividende an die Aktionäre aus. Es gibt aber auch Unternehmen welche 200% Auszahlungsrate aufweisen und sich verschulden nur um die Aktionäre zu halten bzw. zufrieden zu stellen. Das ist nicht nachhaltig. In einer Rezession werden sie die Dividende streichen müssen und auch der Kurs wird weiter einbrechen. Bei stark steigenden Zinsen kommen sie ebenfalls in Bedrängnis. Als Ergebnis drohen sowohl gestrichene Dividenden oder verschuldetes Unternehmen sowie ein weiter fallender Aktienkurs.

Besser ist es, wenn die Ausschüttungsquote bei unter 2/3 der tatsächlichen Gewinne liegt. In solchen Fällen kann auch die Dividende in schlechteren Jahren gehalten oder weiter erhöht werden, indem schlicht die Ausschüttungsquote angehoben wird.

Wann eine Investition in Dividendenwerte besonders lukrativ ist

Es bietet sich an eine Dividenden-Watchlist zu führen und bei scharfen Kurskorrekturen zu investieren sofern die fundamentalen Daten stark sind und das Unternehmen über die letzten Jahre eine solide Performance dargelegt hat. Denn eine scharfe Kurskorrektur resultiert in einer höheren Dividendenrendite und bietet zusätzliches Kurspotential. Die besten Dividendenwerte sind jene die ihre Dividende langfristig steigern können und verlässliche Dividendenzahler sind. Insbesondere in einem Bärenmarkt bieten sich massive Chancen qualitativ hochwertige Dividendentitel zu erwerben. Der Markt unterscheidet kaum zwischen Qualität und Unternehmen am absteigenden Ast. Die Dividendenrenditen steigen! Grob kann man in drei verschiedene Dividendenklassen investieren:

1. Die zyklischen Dividendenaktien

Zyklische Dividendenaktien findet man beispielsweise in der Automobilindustrie (Volkswagen, Daimler), der Rohstoffindustrie (UPM, Lousiana Pacific) oder auch in der Ölbranche (Shell, BP). Hier ist der Name „zyklisch“ Programm. Eine Investition macht bei diesen Werten antizyklisch Sinn. Wenn diese Branchen schwerere Zeiten haben bzw. im Kurs historisch deutlich niedriger notieren und sich am Geschäftsmodell und bilanziell langfristig nichts verschlechtert hat, dann ist es Zeit zuzugreifen. Die Dividendenrendite ist erhöht und ein deutliches Kurspotential ist gegeben. Unvorteilhaft wäre ein Einstieg nahe am Allzeithoch wie z.B. aktuell bei Ölwerten. Auch wenn diese noch weiter steigen sollten ist die aktuelle Dividendenrendite deutlich geschmälert und eine Kursrendite in den nächsten Jahren eher gedämmt. Bei zyklischen Dividendenaktien kann es durchaus sinnvoll sein zu Höchstkursen auszusteigen und im nächsten Schwächezyklus wieder einzusteigen.

2. Die konstant laufenden Dividendenzahler & REITs

Die konstanten Dividendenzahler findet man im Konsumgüterbereich (Procter & Gamble, Coca Cola), bei den Banken/Versicherungen (JP Morgan, Allianz) und auch bei einzelnen Pharmawerten (Abbvie, Johnson & Johnson). Bei diesen Titeln kann im Grunde direkt investiert und bei Kursrücksetzern nachgekauft werden, um die Dividendenrendite zu erhöhen. Auch einzelne REITs werden gerne in Dividendendepots mit aufgenommen. Hier muss man die Risiken selbst abwägen, da Immobilien-REITs anders als Aktien zu bewerten sind. Der Vorteil jedoch ist, dass sie ihre Gewinne an Investoren ausschütten müssen.

3. Wachstumswerte mit Dividende

Auch einzelne Wachstumsunternehmen zahlen Dividende. Sie bieten nicht nur ein entsprechendes Kurspotential, sondern belohnen auch noch mit einer Gewinnausschüttung. Natürlich muss hier auch davon ausgegangen werden, dass die Dividende nicht immer ausgeschüttet wird, sondern bei Investitionsbedarf auch in das Unternehmen und in das Wachstum reinvestiert wird. Als Beispiel kann Apple genannt werden. Apple zahlt seit 2012 wieder konstant Dividende. 2013 betrug die Jahresdividende rund 0,42 $, heute zahlt Apple 0,88 $/Aktie. Die Dividende wurde somit um mehr als 100% in den letzten 10 Jahren erhöht. Natürlich ist die aktuelle Dividendenrendite mit nur 0,5% gering. Doch bei einer Investition in 2013 zu einem Kurs von rund 20 $, läge die heutige Dividendenrendite bei satten 4,4% und das Kursplus bei 735%. Um dieses Beispiel weiter zu illustrieren: Eine Investition in Apple vor 10 Jahren mit 1.000 € hätten bereits 300 € Dividenden erzielt – also 1/3 des eingesetzten Kapitals – und viel entscheidender: 7.350 € an Kursgewinn. Mit Dividenden-Wachstumswerten gibt es eine wunderbare Chance langfristig einen schönen Cashflow und eine starke Rendite zu erzielen.

10 beliebte Dividendentitel weltweit

GesellschaftWKN
Johnson & Johnson853260
Exxon Mobil Corp852549
JPMorgan Chase & Co.850628
Procter & Gamble Co.852062
Nestle SA OrdA0Q4DC
The Home Depot Inc.866953
PepsiCo Inc.851995
Coca-Cola Co.850663
Shell PLCA3C99G
Chevron Corp.852552

Investieren in Dividenden-ETFs?

Bei Dividenden-ETFs kauft man die Katze im Sack. Aus den bereits diskutierten Problemen wie Dividendenfallen als auch zyklischen Dividendenaktien ist eine selektive Auswahl der Dividendentitel ist unser Meinung nach sinnvoller.

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