Deutsche Börse-Chef Reto Francioni
"Unser Ausblick für 2012 ist positiv", bekräftigte Francioni. Er will die Position der Deutschen Börse nun in kleinen Schritten ausbauen und erhielt dafür Rückendeckung vom Aufsichtsrat, wie zwei mit der Situation vertraute Personen mitteilten.
2011 konnte die Deutsche Börse ihren Gewinn dank des regen Handels infolge der Euro-Krise mehr als verdoppeln auf 849 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 2,23 Mrd. Euro. "2011 haben wir die besten Umsatzerlöse in der Unternehmensgeschichte nach dem Rekordjahr 2008 erzielt", sagte Konzernchef Francioni, der mit dem Zahlenwerk allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb.
LBBW-Experte Martin Peter beurteilt das vorgelegte Gesamtpaket dennoch positiv. "Die Sonderdividende und der Aktienrückkauf überwiegen das Ergebnis, das etwas schwächer ausgefallen ist als erwartet", sagte er. Nach der angekündigten Ausschüttung von rund 800 Mio. Euro in diesem Jahr bleibe nicht mehr viel Spielraum für große Akquisitionen. "Das zeigt, dass die Börse ihre Aktionäre dieses Jahr auf eine andere Art beglücken will."
Auch die NYSE hat ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, nachdem die EU die Fusion wegen der Marktmacht der geplanten Super-Börse im Derivate-Geschäft an europäischen Börsen Anfang Februar absagte. Große Fusionen und eine grundlegende Konsolidierung der Branche wird es nach Ansicht von Experten vorerst nicht geben. "Ich glaube nicht, dass wir oder sonst wer in der Branche in naher Zukunft eine Mega-Fusion in Angriff nehmen wird", sagte NYSE-Chef Duncan Niederauer.