Der reiche Deutsche ist auch nicht mehr das, was er mal war. Bis zur Finanzkrise, ja, da hat er der Vermögensverwaltung seine Millionen überantwortet und den Anlageberater einfach machen lassen. Schließlich kam eine ordentliche Rendite heraus, selbst nach Abzug einer üppigen Provision.
Solche Zuwächse sind heute, in Zeiten der Euro-Krise und des Niedrigstzinses, kaum mehr zu erzielen. Wenn überhaupt, dann nur mit hohem Risiko. Das hat auch die Reichen sensibler gemacht gegenüber ihrer Bank. Sie kümmern sich selbst stärker um ihren Batzen Geld und sind ausnehmend kritisch gegenüber Finanzjongleuren. Um den vertrauenswürdigsten auszugucken, lassen sie die Anlageberater diverser Banken gar zum Beautycontest antanzen.
Im Endeffekt trifft das alle Banken ähnlich: Die Margen schwinden, der Wettbewerb wird härter. Besitzt man dann, wie die Deutsche Bank, gleich drei Ableger, die um die betuchte Klientel buhlen - das eigene Wealth-Management, Sal. Oppenheim und die BHF-Bank -, dann hat man ein Problem. Vor allem, wenn alle mehr oder weniger unabhängig nebeneinander herwerkeln. Das produziert hohe Kosten und entsprechend weniger Ertrag. Daher war es verwunderlich, dass der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Parallelwelten so lange duldete. Und umso weniger verwunderlich ist es, dass seine Nachfolger jetzt handeln.
Das gilt für das Investmentbanking, wo die Deutsche Bank vor allem in London und New York Stellen abbaut. Und das gilt genauso für die Vermögensverwaltung. Hier kommt erschwerend hinzu, dass es das Management nicht schafft, die ihm durch die Übernahme von Sal. Oppenheim zugefallene BHF-Bank zu verkaufen. Damit bleibt der neuen Führung keine andere Wahl, als die Geschäfte der Töchter und der eigenen Private-Wealth-Einheit stärker miteinander zu verzahnen. Was auch bedeuten dürfte, dass nicht mehr jeder nach eigenem Gusto Fonds auflegen kann.
Fragt sich nur, wie die vermögenden Kunden darauf reagieren, wenn sie nicht mehr ganz so exklusiv bedient werden. Wie gesagt, sie sind sehr wählerisch geworden und wollen bestimmt nicht von der Stange kaufen. Hier muss die Deutsche Bank die richtige Ansprache finden, wenn sie die noble Kundschaft nicht an die Konkurrenz verlieren will.