Der Mitte Oktober zurückgetretene Citigroup -Chef Vikram Pandit braucht sich um seine finanzielle Zukunft nicht zu sorgen. Er erhält für dieses Jahr einen Bonus von annähernd 6,7 Mio. Dollar in bar, wie die US-Großbank am späten Freitag (Ortszeit) in einer Börsenmitteilung bekanntgab. Auf eine extra Abfindung - den berühmten goldenen Handschlag - muss der Spitzenbanker dagegen verzichten.
"Vikram hat die Citigroup durch die Finanzkrise gesteuert, die Strategie neu definiert, das Risikomanagement verbessert und die Bank zurück in die Gewinnzone geführt", begründete Verwaltungsratschef Michael O'Neill den Bonus. O'Neill gilt allerdings auch als Drahtzieher hinter dem Abgang von Pandit. Die Bank hat bis heute mit den Spätfolgen der Finanzkrise zu kämpfen.
Der gebürtige Inder Pandit hatte im Dezember 2007 das Ruder bei der Citigroup übernommen und trat ein schweres Erbe an. Die Citigroup hatte sich wie so viele Konkurrenten am einbrechenden US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste vom Steuerzahler mit einer Finanzspritze von 45 Mrd. Dollar gerettet werden. Pandit stabilisierte die Bank, musste aber mit ansehen, wie JP Morgan Chase und Wells Fargo davonzogen.
Mitte Oktober hatte sich Pandit überraschend von der Unternehmensspitze zurückgezogen. In Medieninterviews nach seinem Rücktritt bestand er darauf, dass er aus freien Stücken gegangen sei - und nicht etwa dazu gedrängt wurde. Pandit galt als einer der bestbezahlten Banker an der Wall Street.