Hunderttausende amerikanische Hauskäufer können auf eine Verringerung ihrer Schuldenlast hoffen. Nach monatelangem Streit über die Räumung von Häusern, deren Bewohner ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, stehen die größten US-Banken offenbar kurz vor einer Einigung mit der Justiz. Die Regierung in Washington hofft auf eine Entlastung hoch verschuldeter Haushalte um bis zu 40 Mrd. Dollar. Dafür sollen neben den Geldhäusern auch Pensionsfonds und andere Investoren aufkommen - obwohl sie an den Zwangsversteigerungen nicht beteiligt waren.
Die Justizbehörden der 50 US-Bundesstaaten fordern seit Herbst 2010 eine Entschädigung von Kreditnehmern, deren Häuser im Gefolge der Finanzkrise zwangsversteigert wurden. Sie werfen den Banken vor, die Schuldner widerrechtlich vor die Tür gesetzt zu haben. Angesichts der Vielzahl von Räumungsverfahren sollen die Institute sogenannte Robo-Signer eingesetzt haben - Mitarbeiter, die tausende Dokumente ohne sorgfältige Prüfung abzeichneten.
Verhandlungen mit fünf Banken vor dem Abschluss
Von der Gesamtsumme sollen laut "Wall Street Journal" rund 1,5 Mrd. Dollar als Entschädigungszahlungen an Bürger fließen, deren Häuser zwangsversteigert wurden. Der Großteil des Geldes soll dazu dienen, weitere Räumungen zu vermeiden. Dazu sollen rund eine Million Hypothekenschuldner um bis zu 17 Mrd. Dollar entlastet werden. Der endgültige Umfang der Abschreibungen hängt davon ab, ob alle Bundesstaaten der Vereinbarung zustimmen.
Der in der Bundesregierung in Washington für öffentlichen Wohnbau und Stadtentwicklung zuständige Minister Shaun Donovan äußerte am Wochenende die Erwartung, dass sich weitere Banken der Vereinbarung anschließen würden. Insgesamt hoffe er auf eine Entlastung hoch verschuldeter Familien um bis zu 40 Mrd. Dollar, zitierte die Financial Times den Minister. Dazu müssten möglicherweise auch Investoren Abschreibungen hinnehmen, die den Banken verbriefte Hypothekenpapiere abgekauft hätten.