Die Mitglieder des Bundesverbands Investment und Assetmanagement (BVI) verwalteten per Ende Juni 1874 Mrd. Euro. Davon stecken 678 Mrd. Euro in Publikumsfonds - doch nur rund die Hälfte der Anlagesumme geht auf Privatanleger zurück. Das restliche Geld kommt von Profianlegern und börsengehandelten Indexfonds. Während der Aktienbesitz der Deutschen weiter steigt, ziehen sich immer mehr Bürger aus Fonds zuück. Allianz, Deutsche Bank, Union Investment und Co buhlen um neue Kunden. Ein Blick auf die Schwergewichte unter den Vermögensverwaltern.
Marktführer Die Gruppe verwaltet in Deutschland das meiste Geld. Dem Fondsanbieter und Asset-Manager Allianz Global Investors (AGI) steht Europa-Chef James Dilworth vor. Das operative Geschäft in Deutschland leitet Tobias Pross. Daneben gehört der US-Anbieter Pimco zur Gruppe. Der Spezialist für Rentenfonds war bis Ende 2011 an AGI angedockt, wurde von der Allianz zu Jahresbeginn jedoch zur gleichwertigen Investmentgesellschaft befördert. Pimco legt zunehmend auch Aktienfonds auf, während AGI sich auch bei Rentenprodukten hervortun will. AGI und Pimco sprechen von einem gesunden Wettbewerb und davon, dass Platz für beide ist. Branchenbeobachter vermuten, dass sich in den nächsten Jahren entscheiden wird, ob AGI oder Pimco als Allianz-Vermögensverwalter überleben wird. AGI beschäftigt rund 2800 Mitarbeiter, darunter 500 Anlagespezialisten. Bei den Fondsanalysten von Feri erhalten derzeit 44,9 Prozent von 98 beobachteten AGI-Fonds eine Spitzenbewertung.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 399,1 Mrd. Euro |
| Vorstand: James Dilworth |
| Anzahl Fonds: 1181 |
| Feri-Ranking: Platz 7 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 19,5 % |
Quelle: BVI, Stand: 30. 6.; Publikumsfonds, Immobilienfonds, Spezialfonds und Vermögen außerhalb von Investmentfonds
Verfolger Zweitgrößter Akteur ist die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank . Verantwortlich für die Sparte Asset & Wealth Management ist Michele de Faissola. Die DWS wurde 1956 als Fondsgesellschaft mehrerer Banken gegründet und gehört seit 2004 der Deutschen Bank. Geschäftsführer ist Wolfgang Matis. Während die DWS Publikumsfonds anbietet, betreut DB Advisors institutionelle Kunden. Gemeinsam mit dem Immobiliengeschäft RREEF und dem US-Ableger DWS Scudder sollte die Sparte verkauft werden. Bisher konnte sich die Bank jedoch mit keinem Interessenten einigen. Der Indexfondsanbieter DB X-Trackers gehört auch zur Deutschen Bank, ist aber anders als die DWS keine eigenständige Gesellschaft. Das operative Geschäft der Marke leitet Thorsten Michalik. Beobachter erwarten, dass DWS und X-Trackers im Rahmen der derzeitigen Strategieprüfung bei der Bank zusammengelegt werden. Feri bewertet 26,9 Prozent der 134 DWS-Fonds mit einer Spitzennote.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 236 Mrd. Euro |
| Vorstand: Michele de Faissola |
| Anzahl Fonds: 1316 |
| Feri-Ranking: Platz 26 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 22,5 % |
Quelle: BVI, Stand: 31.5.; verwaltetes Vermögen der Gruppe inklusive DWS, RREEF, DB Advisors, DB X-Trackers,DB Gruppe;
Sparkassen Die Dekabank ist der Vermögensverwalter der deutschen Sparkassen. Am 14. August wurde Michael Rüdiger vom Deutschen Giro- und Sparkassenverband zum neuen Vorstandsvorsitzenden und Chef von 4000 Deka-Mitarbeitern bestimmt. Bislang hatte Oliver Behrens dieses Amt kommissarisch inne, nachdem der frühere Vorstandschef Franz Waas im April zurückgetreten war. Für den Fondsanbieter Deka Investment ist Thomas Neiße verantwortlich. Daneben gibt es den Immobilienfondsanbieter Deka Immobilien, den Wolfgang Behrendt verantwortet. Zur Gruppe gehört auch der Indexfondsanbieter ETFlab mit Sitz in München unter Vorstand Andreas Fehrenbach. Die Deka-Gruppe hat ein schwieriges Jahr 2011 hinter sich - das wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr brach im Vergleich zu dem von Sondereffekten geprägten Rekordjahr 2010 um fast 60 Prozent ein. Und auch im Fondsmanagement hapert es: Von Feri erhalten derzeit 22,2 Prozent der 99 Deka-Fonds die Bestnote.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 162,5 Mrd. Euro |
| Vorstand: Michael Rüdiger |
| Anzahl Fonds: 1051 |
| Feri-Ranking: Platz 33 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 14,9 % |
Quelle: BVI, Stand: 31.5.; Publikums-, Immobilien- und Spezialfonds, Verm. außerhalb von Investmentfonds; inkl. ETFlab;
Genossen Union Investment ist der Fondsanbieter von 1100 Volks- und Raiffeisenbanken. Gegründet wurde Union Investment 1956 von 16 Privat- und Genossenschaftsbanken. Gemeinsam mit der Deka ist Union einer der wichtigsten Anbieter für Riesterfonds für die Altersvorsorge. Unter dem Dach der Union Asset Management Holding sind sechs Kapitalanlagegesellschaften angesiedelt. So ist etwa Union Investment Privatfonds für Privatanleger zuständig, während Union Investment Institutional Profianleger betreut. Daneben hat die Union ein großes Geschäft mit Immobilienfonds - für Privatanleger und Profis. Im Ausland hat der Anbieter Tochtergesellschaften in Luxemburg und ein Joint Venture mit einer Privatbank in Hongkong. Daneben gehören Servicegesellschaften zur Holding. Weltweit arbeiten 2400 Menschen für den Fondsanbieter und Vorstandschef Hans Joachim Reinke. Im Feri-Ranking liegt die Union weit oben: 47,4 Prozent der 78 Fonds haben Bestnoten.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 160,5 Mrd. Euro |
| Vorstand: Hans Joachim Reinke |
| Anzahl Fonds: 863 |
| Feri-Ranking: Platz 4 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 14,2 % |
Quelle: BVI, Stand: 31.5.; Publikumsfonds, Immobilienfonds, Spezialfonds, Vermögen außerhalb von Investmentfonds;
Tochter Universal Investment ist ein Tochterunternehmen der Privatbanken Berenberg und Bankhaus Lampe sowie der Landesbank Baden-Württemberg. Sprecher der Geschäftsführung ist Bernd Vorbeck. Das Leistungsspektrum erstreckt sich bei Privatkunden und institutionellen Anlegern auf verschiedene Tochtergesellschaften. Bei Universal-Investment-Luxembourg werden die meisten Fonds aufgelegt. Daneben hält der Fondsanbieter Beteiligungen an Masterinvest und der Deutschen Performancemessungs-Gesellschaft. 1968 wurde Universal Investment gegründet, 1970 legte die Gesellschaft den ersten Private-Label-Fonds auf, einen Fonds, der in Kooperation mit einem externen Partner gestartet wird. Der Eintritt ins Geschäft mit Profianlegern folgte 1990. Neben Aktien- und Rentenfonds gehören Immobilienfonds zum Portfolio des Anbieters, für den insgesamt rund 400 Menschen arbeiten. Im Feri-Ranking erhalten 28,3 Prozent von 60 Universal-Fonds eine Spitzenbewertung.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 122,3 Mrd. Euro |
| Vorstand: Bernd Vorbeck (Spr.) |
| Anzahl Fonds: 782 |
| Feri-Ranking: Platz 24 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 2,3 % |
Quelle: BVI, Stand: 31.5.; Publikumsfonds, Immobilienfonds, Spezialfonds, Vermögen außerhalb von Investmentfonds;
Exot HSBC Trinkaus ist eine Privatbank, die aus der im Jahr 1785 gegründeten Bank Trinkaus & Burkhardt entstand. Die britische Großbank HSBC hält rund 80 Prozent der Anteile, knapp 19 Prozent gehören der Landesbank Baden-Württemberg. Das Geldhaus umfasst insgesamt 17 Gesellschaften. Dazu gehören unter anderem die Internationale Kapitalanlagegesellschaft, über die Fonds aufgelegt werden. HSBC Inka stellt die Portfolien für institutionelle Kunden zusammen, die von HSBC Global Asset Management verwaltet werden. Daneben existiert mit HSBC Trinkaus Real Estate ein Anbieter von Immobilienprodukten. Einer der ältesten Bereiche der Bank ist das sogenannte Family Office, in dem vermögende Privatkunden betreut werden. Bereichsvorstand und Vorsitzender der Geschäftsführung für das Global Asset Management ist Rudolf Apenbrink. Für das Institut arbeiten weltweit rund 2500 Personen. Feri vergibt an 24,5 Prozent von 49 Fonds die Bestnote.
| Steckbrief |
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| Verw. Vermögen: 96,3 Mrd. Euro |
| Vorstand: Rudolf Apenbrink |
| Anzahl Fonds: 412 |
| Feri-Ranking: Platz 28 von 40 |
| Marktanteil bei Publikumsfonds: 1,1 % |
Quelle: BVI, Stand: 31.5.; Publikumsfonds, Immobilienfonds, Spezialfonds, Vermögen außerhalb von Investmentfonds;